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Engagement als Deutschlehrer für Geflüchtete

 
Das ehrenamtlichen Deutschkurs-Angebot richtete sich in erster Linie an geflüchtete Frauen und ihre Kinder. (Foto: Axel Springer SE)
Das ehrenamtlichen Deutschkurs-Angebot richtete sich in erster Linie an geflüchtete Frauen und ihre Kinder. (Foto: Axel Springer SE)

Mitarbeiter in Berlin wollten sich ehrenamtlich engagieren und geflüchteten Familien dabei helfen, sich erste Deutschkenntnisse anzueignen, bevor sie Zugang zu einem offiziellen Deutschkurs erhalten. „Gehofft haben wir auf 30 Rückmeldungen für insgesamt zehn Gruppen“, erinnert sich Astrid Westermann, Programmleiterin im Bereich "People & Culture. Und: „Wir waren einigermaßen überwältigt, als sich in kürzester Zeit 60 Kolleginnen und Kollegen für dieses Vorhaben meldeten.“

Mit der Aktion „Ich spreche deutsch“, die von der TUI Stiftung und der Deutschlandstiftung Integration des Verbands der Deutschen Zeitschriftenverleger als Partner unterstützt wird, ist viel passiert. „Alle Kolleginnen und Kollegen haben zuerst an einem zweitägigen Schulungstermin teilgenommen und dafür einen guten Teil ihres Wochenendes eingesetzt“, so Thomas Wendt, Personalleiter Verlagshäuser. Es ging darum, die ehrenamtlichen Helfer zu Lernbegleitern zu qualifizieren, ihre interkulturelle Sensibilität zu schärfen und wichtige Fragen zu klären: Wie bereiten wir den Unterricht vor? Wie organisieren wir uns? Was erwartet uns überhaupt?

2016 und 2017 vermittelten die Kollegen jeweils in Dreierteams den Geflüchteten Grundlagen der deutschen Sprache. Angeboten wurden acht Kurse pro Woche, die sich in erster Linie an Frauen und ihre Kinder richteten. Einzige Regel: "Es wird nur Deutsch gesprochen!" Astrid Westermann: „Aus Sicht der Personalentwicklung profitieren wir auch selber sehr von dieser Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren.“ Das kreative Potenzial, das die Kollegen bei der Unterrichtsvorbereitung an den Tag legten, sei enorm – angefangen von selbst gestalteten Memory-Spielen bis zu kreativen Bilderrätseln und dem sprichwörtlichen Erklären „mit Händen und Füßen.“

„Ich freue mich, wenn ich dazu beitragen kann, dass einige Flüchtlinge schneller Deutsch lernen“, sagt Philipp-Christian Thomale, Jurist in der Rechtsabteilung von Axel Springer und ehrenamtlicher Deutschlehrer: "Die Aufgabe macht wieder bewusst, dass es ein großes Glück ist, in Frieden leben zu dürfen."