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Spezifische Standardangaben Gesellschaft

 
Die Global Reporting Initiative (GRI) versteht sich als ein kontinuierlicher internationaler Dialog, der bei der Festlegung von Leistungs-Indikatoren weltweit unterschiedliche Anspruchsgruppen einbezieht. Dazu zählen u.a. Unternehmen, Universitäten, staatlichen Organisationen sowie Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Arbeit, Soziales, Menschenrechte und Umwelt.
Die Global Reporting Initiative (GRI) versteht sich als ein kontinuierlicher internationaler Dialog, der bei der Festlegung von Leistungs-Indikatoren weltweit unterschiedliche Anspruchsgruppen einbezieht. Dazu zählen u.a. Unternehmen, Universitäten, staatlichen Organisationen sowie Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Arbeit, Soziales, Menschenrechte und Umwelt.

Gesellschaftliche Indikatoren

A Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung

Nachfolgende Indikatoren entsprechen den G4/MSD-Leitlinien der „Global Reporting Initiative“ (GRI) zur international einheitlichen Strukturierung von Nachhaltigkeitsberichten. („MSD“ steht für Media Sector Disclosures.)

Die Abkürzung "LA" vor den GRI-Nummern steht für „Labour Practices and Decent Work“ (Arbeitspraxis und Arbeitsqualität).

A1. Managementansatz für das Stakeholder-Anliegen: Mitarbeiteridentifikation und Arbeitgeberattraktivität

G4-DMA-A Geben Sie an, warum der Aspekt wesentlich ist. Nennen Sie die Auswirkungen, die diesen Aspekt wesentlich werden lassen.

  • Für den Erfolg in der digitalen Transformation zählen Kreativität, Unternehmertum und Integrität zu den zentralen Voraussetzungen.
  • Ohne qualifizierte und motivierte Mitarbeiter kein Fortschritt für das Unternehmen.

G4-DMA-B Geben Sie an, wie die Organisation mit diesem wesentlichen Aspekt oder dessen Auswirkungen umgeht. (Richtlinien, Verpflichtungen, Ziele und Vorgaben, Zuständigkeiten, Ressourcen, Besondere Maßnahmen)

Richtlinien

  1. Im Jahr 2008 wurden bei Axel Springer Führungsgrundsätze eingeführt. Mit den Grundsätzen soll Führungskräften ein Handlungsrahmen gegeben werden, der Transparenz über die Anforderungen und Erwartungen an die Führungsrolle schafft.
  2. Mit Blick auf die wachsende internationale Präsenz des Unternehmens hat die Axel Springer SE 2004 einen Katalog sozialer Standards verabschiedet. Diese „International Social Policy" ist eine verbindliche Leitlinie zur sozialen Integrität und gilt weltweit für alle Aktivitäten des Unternehmens.

Verpflichtungen
Kontinuierliches Monitoring durch die Personalleitungen der Bereiche

Ziele und Vorgaben
Kreativität, Unternehmertum, Integrität. Diese drei Werte bestimmen das Selbstbewusstsein von Axel Springer. Sie sind die Maßstäbe unseres täglichen Handelns. Wir führen, indem wir Raum für Kreativität schaffen, Ziele definieren und Wandel gestalten. Wir wollen Axel Springer weiterhin mutig zu unternehmerischem Erfolg führen. Im Mittelpunkt stehen unsere Mitarbeiter, die wir fördern, fordern und zu eigenverantwortlicher Arbeit ermutigen. Bei allen Aktivitäten in allen Teilen des Unternehmens achten wir auf die Einhaltung von Recht und Gesetz, unserer Unternehmensrichtlinien und dem Code of Conduct.

Weitere Einzelheiten finden Sie hier.

Zuständigkeiten
Die oberste Verantwortung für Beschäftigungsaspekte liegt beim Vorstand der Axel Springer SE.

Ressourcen
Mehr als 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten daran, weiterhin publizistisch und wirtschaftlich die Spitzenplätze zu besetzen. Ihnen bietet die Axel Springer SE attraktive Leistungen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Besondere Maßnahmen

Schulungen und bewusstseinsbildende Maßnahmen
Die Erhaltung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen hängt in wesentlichem Maß vom Mitarbeiter-Know-how und dessen Entwicklung ab. Daher sind unsere Seminare an den strategischen Zielen unseres Unternehmens ausgerichtet.

G4-DMA-C Legen Sie die Beurteilung des Managementansatzes dar, einschließlich der Verfahren für die Beurteilung der Effizienz des Managementansatzes; der Ergebnisse der Beurteilung des Managementansatzes; der Konsequenzen, die die Organisation ziehen wird.

Verfahren
Kontinuierlicher Dialog zwischen Management und der gewählten Mitarbeitervertretung; Mitarbeiterbefragungen;

Ergebnisse
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter identifizieren sich mit dem Unternehmen.

Konsequenzen
Das wird Unternehmen wird die Leistungen und Entwicklungsmöglichkeiten für seine Mitarbeiter konsequent fortsetzen.

Weitere Einzelheiten finden Sie hier.

Ergänzende branchenbezogene Angaben (G4-Media Sector Disclosures):

Vergütung von Nutzungsrechten: Der Erwerb von Nutzungsrechten erfolgt auf unterschiedlichen Wegen. Entsprechend vielfältig sind die Regelungswerke, welche die Wahrung und Vergütung dieser Nutzungsrechte sicherstellen sollen. Im Wesentlichen lassen sich diese wie folgt kategorisieren:

Angestellte Mitarbeiter: Angestellte Mitarbeiter übertragen Nutzungsrechte an ihren Arbeitsergebnissen (das sind im Wesentlichen die im Zusammenhang mit ihrer jeweiligen Tätigkeit geschaffenen Werke) auf ihren jeweiligen Dienstherren. Die Übertragung erfolgt – soweit es sich dabei um Computerprogramme handelt – im Regelfall bereits ohne gesonderte Vereinbarung gemäß § 69 b UrhG, in anderen Fällen in der Regel gemäß Arbeitsvertrag. Sie erhalten für ihre Tätigkeit ein angemessenes Arbeitsentgelt, mit dem in der Regel auch die Übertragung der Nutzungsrechte abgegolten ist.

Der Code of Conduct von Axel Springer stellt bei der Schaffung von journalistischen Inhalten die Wahrung der journalistischen Unabhängigkeit sicher.

Freie (haupt- oder nebenberuflich tätige) Urheber: Axel Springer erwirbt journalistische Inhalte auch von haupt- oder nebenberuflich tätigen nicht angestellten Personen. Der Erwerb der Nutzungsrechte erfolgt über Verträge und/oder Geschäftsbedingungen. Die Vergütung wird zum Teil individuell ausgehandelt, in Einzelbereichen finden tarifvertragliche Regelungen Anwendung. Im Bereich der journalistischen freien Mitarbeiter gelten in Deutschland die zwischen Verlegerverbänden und den Gewerkschaften (Deutscher Journalisten-Verband e.V., ver.di, dju) vereinbarten „Vergütungsregeln für freie hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen“ sowie der „Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche freie Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen“.

Agenturen: Soweit Inhalte von Agenturen erworben werden, liegen dem Rechteerwerb entweder individuell ausgehandelte oder von Agenturen vorgegebene Geschäftsbedingungen zugrunde. Im Zweifel gilt das Urheberrecht.

Nutzerinhalte, Leserbriefe, Interaktive Angebote: Leser beziehungsweise Nutzer generieren - meist ohne gewerblichen Hintergrund – ebenfalls Inhalte, die in die Veröffentlichungen von Axel Springer aufgenommen werden. Zum Teil werden diese Beiträge honoriert (z.B. Bild Lesereporter, Gewinnspiele), zum Teil handelt es sich um unentgeltliches interaktives Nutzerverhalten (z.B. Leserbriefe, Kommentare auf Internetforen oder Online-Portalen).

Sicherheit am Arbeitsplatz sowie bei der journalistischen Arbeit: Auf dem Weg zum Arbeitsplatz und nach Hause (sogenanntes Wegerisiko) sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Axel Springer SE in Deutschland über die Verwaltungsberufsgenossenschaft unfallversichert. Gleiches gilt bei Arbeitsunfällen im Betrieb der Axel Springer SE. Die Axel Springer SE trägt im Übrigen 50 Prozent der Kosten für eine gesetzliche Krankenversicherung.

Vor dem Hintergrund des Kidnappings von zwei BILD Redakteuren im Jahr 2011, hat die Axel Springer SE eine Konzernrichtlinie für Reisen in Kriegs-/Risiko- und Krisengebiete erlassen. Diese gibt den betroffenen Mitarbeitern Hinweise über Gefahren. Journalisten, die in Krisengebiete reisen, erhalten vorher ein Sicherheitstraining, das sie über das richtige Verhalten in Gefahrensituation unterrichtet.

Mitarbeiter entscheiden selber über ihre Tätigkeit in einem Krisengebiet. Die Axel Springer SE hat sich bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bei denen sich Gefahren realisiert haben, stets großzügig verhalten.

A.2 Angaben und Verweise für den Berichtszeitraum 2014 + 2015

A.2.1 Aspekt: Beschäftigung

G4-LA1 Gesamtzahl und Rate der neu eingestellten Mitarbeiter sowie Personalfluktuation nach Altersgruppe, Geschlecht und Region

2015 waren im Gesamtunternehmen durchschnittlich 15.023 fest angestellte Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Volontäre) beschäftigt. Im Konzern waren durchschnittlich 6.289 Frauen (41,9 Prozent) und 8.733 Männer (58,1 Prozent) tätig. Die Aufschlüsselung nach Beschäftigungsart, Standort und Geschlecht finden Sie hier.

Durchschnittliche Fluktuation der Mitarbeiter*

Im Jahr 2015 betrug die Gesamtmitarbeiterfluktuationsrate 11,8 Prozent. Dabei lagen die Frauen (13,4 Prozent) vor den Männer (10,8 Prozent).

Unternehmenszugehörigkeit und Altersstruktur: Zum Bilanzstichtag 2015 waren die Mitarbeiter der vorwiegend deutschen Gesellschaften durchschnittlich 10,4 (Vj.: 10,5) Jahre bei Axel Springer beschäftigt; 41,8 Prozent (Vj.: 42,5 Prozent) der Belegschaft gehörten dem Konzern länger als zehn Jahre an. Mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter ist zwischen 30 und 49 Jahre alt. Der Anteil der Schwerbehinderten lag in den deutschen Gesellschaften im Jahresdurchschnitt bei 3,7 Prozent (Vj.: 3,8 Prozent).

*Angaben nur für die über die Personalservice GmbH abgerechneten Tochtergesellschaften und AS SE

G4-LA2 Leistungen für Vollzeitangestellte

Für die Standorte in Deutschland sowie deutsche hundertprozentige Tochtergesellschaften haben Betriebsrat und Geschäftsführung einen neunseitigen Katalog freiwilliger sozialer Leistungen vereinbart. Weitere Einzelheiten finden Sie hier.

Für die Mitarbeiter an den ausländischen Standorten gelten jeweils eigene Vereinbarungen.

G4-LA3: Anteil der nach Elternzeit an den Arbeitsplatz zurückkehrenden Mitarbeiter

Betrachtung aller deutschen Gesellschaften, die von der Personalservice GmbH abgerechnet werden (durchschnittlich ca. 7.117 Mitarbeiter ohne Vol./ Azubis/ Aushilfen, davon 4.329 Männer und 2788 Frauen).

Davon nahmen im Jahr 2015 insgesamt 414 Mitarbeiter Elternzeit in Anspruch, davon 254 Frauen und 160  Männer. Weitere 108 Mitarbeiter waren im Jahr 2015 während der Elternzeit in Teilzeit beschäftigt (davon 94 Frauen und 14 Männer).

Zu diesem Indikator werden seit 2010 Informationen gesammelt. An den Standorten in Deutschland liegt der Anteil der nach Elternzeit an den Arbeitsplatz zurückkehrenden Mitarbeiter bei 86,5 Prozent.

A.2.2 Aspekt: Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis

G4-LA4 Mitteilungsfristen in Bezug auf wesentliche betriebliche Veränderungen

Die Mitteilungen wesentlicher betrieblicher Veränderungen finden zeitnah statt. Einzelheiten sind in Deutschland im Betriebsverfassungsgesetz geregelt.
Die Geschäftsführer bzw. Personalleiter sowie Mitarbeiter und Mitarbeitervertreter stehen in engem Kontakt und treffen sich regelmäßig bzw. anlassbezogen zu Gesprächen über zahlreiche Themen. In speziellen Veranstaltungen erläutern Referenten aus dem Unternehmen anhand von Beispielen aus der Praxis Konzepte, Strategien, Planungen und Perspektiven, die für die Zukunft des Unternehmens oder die Entwicklung in der Branche von Bedeutung sind.

Wichtige Veränderungen werden im Rahmen der internen Kommunikation u. a. auch über das Intranet, per Email und ggf. auch an der Pinnwand, kommuniziert.

A.2.3 Aspekt: Arbeitsschutz

G4-LA5 Arbeitsschutzkommissionen

Für alle Fragen und Maßnahmen der Arbeitssicherheit, des Brandschutzes und des Umweltschutzes sind die Sicherheitsingenieure der jeweiligen Standorte zuständig. Die Aufklärung und Beratung von Mitarbeitern ist dabei von zentraler Bedeutung.

Arbeitsausschuss-Sitzungen: Zu Fragen von Arbeitssicherheit und Gesundheits-Schutzes  treffen sich Vertreter von Management und Betriebsrat der jeweiligen Standorte des Unternehmens mindestens vier Mal im Jahr. Dabei sind über den Betriebsrat 100 Prozent der Mitarbeiter vertreten.

G4-LA6 Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle

Diese Tabelle dokumentiert die Arbeitsunfälle an den Druckstandorten in Deutschland sowie an den Verlagsbüro-Standorten in Berlin und Hamburg. Grundlage der Statistik sind die jeweils lokalen gesetzlichen Vorschriften bzw. die Vorgaben der jeweiligen Berufsgenossenschaft (Versicherer). Die Aufschlüsselung nach Anzahl und Ausfalltagen finden Sie hier.

Ergänzende branchenbezogene Angaben (G4-Media Sector Disclosures):

Im Berichtszeitraum gab es am Druckstandort Essen-Kettwig einen arbeitsbedingten Todesfall.

Gesundheit, Motivation und Kreativität der Mitarbeiter sind wesentliche Erfolgsfaktoren für ein Medienunternehmen. Das betriebliche Gesundheitsmanagement der Axel Springer SE ist im Jahr 2011 mit dem Exzellenzsiegel des „Corporate Health Award“ ausgezeichnet worden.

(Hinweis bezüglich LA6: Bei der Dokumentation der Unfallzahlen wird mangels Relevanz nicht nach Männern und Frauen unterschieden.)

A.2.4 Aspekt: Aus- und Weiterbildung

G4-LA9 Durchschnittliche jährliche Stundenzahl pro Mitarbeiter und Mitarbeiterkategorie, die der Mitarbeiter aus- oder weitergebildet wurde.

Um den wachsenden – auch technologischen Herausforderungen – unserer Branche gerecht zu werden, umfasst die Personalpolitik von Axel Springer ein vielfältiges Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramm.

Axel Springer in Deutschland: 2015 wurden insgesamt 69.829 Stunden an Aus- und Weiterbildung durchgeführt. Davon entfielen 5.765 Stunden auf die spezifischen Bedürfnisse der Redaktionen.

Der Rückgang der Weiterbildungs-Stundenzahl im Vergleich der Jahre 2013 und 2015 hängt mit einem Anstieg der Weiterbildungsaktivität im vorangegangenen Berichtszeitraum insbesondere im Bereich des Entwicklungsdialogs zusammen. Die Inhalte wurden gut angenommen und sind inzwischen weitgehend implementiert.  

Ergänzende branchenbezogene Angaben (G4-Media Sector Disclosures):

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Herzstück eines Medienunternehmens wie Axel Springer. Unsere kreativen, kompetenten und engagierten Mitarbeiter sind eine der wesentlichen Grundlagen unseres unternehmerischen Erfolgs. Dem dient ein umfangreiches Programm der Aus- und Weiterbildung.

(Hinweis bezüglich LA9: Bei der Dokumentation der Teilnahme an entsprechenden Programmen wird mangels Relevanz nicht nach Frauen und Männern unterschieden.)

Tabelle LA9: Durchschnittliche jährliche Stundenzahl pro Mitarbeiter und Mitarbeiterkategorie, die der Mitarbeiter aus- oder weitergebildet wurde in Deutschland
  2013 2014 2015 2015 vs. 2013
Gesamtbetrag an Trainingsausgaben in TEuro 1,831 1,862 1,760 -3,9 %
Seminar- und Trainingsstunden insgesamt 105.095 102.136 69.829 -33 %
Seminarstunden Redakteure 16.295 8.760 5765 -64,6 %
Seminarstunden Mitarbeiter 85.499 87.990 62.836 -26,3 %
Seminarstunden Fachpersonal 1.279 783 514 -59,8%
Seminarstunden Aushilfen 217 382 183 -15,6 %
Seminarstunden Auszubildende 1.805 4.275 531 -70,6 %

G4-LA10 Programme für lebenslanges Lernen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Herzstück von Axel Springer. Unsere kreativen, kompetenten und engagierten Mitarbeiter sind eine der wesentlichen Grundlagen unseres unternehmerischen Erfolgs. Um neue Kompetenzen entwickeln und vorhandene Stärken ausbauen zu können, gibt es bei uns ein umfangreiches Entwicklungsprogramm.

Dies sichert das individuelle Fortkommen des Einzelnen sowie den gemeinsamen Erfolg. Ob beim Entwicklungsdialog, im Rahmen unserer umfangreichen Seminarangebote, der Axel Springer Media Sales Academy oder bei der bereichsspezifischen Qualifizierung – im Mittelpunkt steht immer der Mitarbeiter. Seine Qualifizierung und Weiterbildung sind eine Investition in die Zukunft des Unternehmens.

Die Personalentwicklung hat ihre Qualifikationsaktivitäten in den vergangenen Jahren konsequent auf die Erfordernisse der Digitalisierung ausgerichtet und diese Schwerpunktsetzung intensiviert. Mehr als ein Drittel des Mitarbeiterqualifizierungsprogramms 2014 besteht aus neu entwickelten Schulungsangeboten, die Aspekte der digitalen Transformation thematisieren. Gemeinsam mit den bereits erfolgreich etablierten Formaten und Seminaren ergibt sich bei den Maßnahmen der Personalentwicklung ein deutlicher Fokus auf digitale Inhalte.

Außerdem unterstützen wir Kolleginnen und Kollegen, die sich durch eine Berufsbegleitende Fortbildung weiterqualifizieren und neuen Herausforderungen stellen wollen. Erfolg braucht auch Kontakte – daher existieren verschiedene Netzwerke. So werden der gezielte Informationsaustausch und der Teamgedanke im ganzen Unternehmen gefördert. Ein erfolgreiches Element der Fördermöglichkeiten bei Axel Springer sind auch unser Mentoring-Programm und Cross-Company-Mentoring.

Wer sich darüber hinaus auf dem Laufenden halten will, welche Projekte in anderen Bereichen erfolgreich sind, der ist richtig beim Besuch des Aktuellen Themas. Unter der Vortragsreihe des Aktuellen Themas findet sich auch der Digitale Campus wieder. Hier erfahren Sie welche neuen Entwicklungen sich aus der Digitalisierungsstrategie der Axel Springer SE ergeben.

Einzelheiten zu den Programmen der Personalentwicklung finden Sie hier.

G4-LA11 Prozentsatz der Mitarbeiter, die eine regelmäßige Leistungsbeurteilung und Entwicklungsplanung erhalten.

Im Rahmen der variablen Vergütung bietet die Axel Springer SE in Deutschland ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Teilnahme am System der Zielvereinbarungen an. Führungskraft und Mitarbeiter entscheiden gemeinsam, ob eine Teilnahme sinnvoll erscheint.

Zusätzlich hat die Axel Springer SE 2008 in Deutschland ein Pilotprojekt zum Entwicklungsdialog eingeführt. Der Entwicklungsdialog ist ein regelmäßig geführtes, verbindliches Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter als jährliches Feedback zu ihrem persönlichen Entwicklungsstand. Daraus ergeben sich der Entwicklungsbedarf und die konkreten Entwicklungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Seminare und Jobrotation. 2015 haben bereits rund 5.450 Führungskräfte und Mitarbeiter am Entwicklungsdialog teilgenommen.

Der Entwicklungsdialog wird seit 2009 schrittweise auf Tochtergesellschaften ausgeweitet.

A.2.5 Aspekt: Vielfalt und Chancengleichheit

G4-LA12 Zusammensetzung der leitenden Organe und Aufteilung der Mitarbeiter nach Kategorie hinsichtlich Geschlecht, Altersgruppe, Zugehörigkeit zu einer Minderheit und anderen Indikatoren für Vielfalt.

Der Altersdurchschnitt des vierköpfigen Vorstandes lag 2015 bei 50 Jahren. Aufsichtsrat und Vorstand setzen sich zum 31.12.2015 aus 15,4% Frauen und 84,6% Männern zusammen. Detailliertere Informationen zum Vorstand und dem Aufsichtsrat finden Sie hier.

Die Mitarbeiteranzahl (ohne Volontäre / Auszubildende) betrug im Jahr 2015 ca. 15.023 Mitarbeiter. Davon waren 58 Prozent (8.733) männlich und 42 Prozent (6.289) weiblich. Anteil anderer Nationalitäten in Deutschland, 589 ausländische Mitarbeiter von 6.892 Mitarbeitern in Deutschland (8,5%). Die Übersicht der Mitarbeiter des Gesamtunternehmens nach Geschlecht finden Sie hier.

Alter Redakteure Angestellte Fachpersonal Aushilfen Volontäre/Azubis Gesamt
unter 30 7% 17% 2% 4% 95% 13%
30 bis 49 62% 61% 39% 36% 5% 59%
über 50 31% 22% 59% 60% 0% 28%

*Angaben nur für die über die Personalservice GmbH abgerechneten Tochtergesellschaften und AS SE

Vielfalt (Diversity) ist für uns ein wesentlicher Teil der Unternehmenskultur. Die Globalisierung, der demografische Wandel und die verstärkte Individualisierung wird diese Entwicklung weiter verstärken. Die Vielfalt innerhalb unserer Belegschaft ist gerade für uns als Medienunternehmen, das Menschen bewegt und täglich die verschiedensten Facetten des Lebens aufgreift, eine große Chance, auf die vielfältigen Interessen und Bedürfnisse unserer Kunden kreativ einzugehen.

Als innovatives und international aufgestelltes Medienunternehmen hat die optimale und diskriminierungsfreie Zusammenarbeit unserer Mitarbeiter für uns hohe Priorität. Das bedeutet, die gegenseitige Akzeptanz für Unterschiedlichkeiten hinsichtlich

  • der Herkunft,
  • des Alters,
  • des Geschlechts,
  • der Religion und Weltanschauung,
  • der Nationalität und Ethnie,
  • der sexuellen Orientierung, sowie
  • der Behinderung.

Diese Vielfältigkeit ist von unschätzbarem Wert, genauso wie die persönlichen Erfahrungen und individuelle Biografien unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Axel Springer hat zunächst folgende Schwerpunkte identifiziert, die im Mittelpunkt unserer Diversity-Aktivitäten stehen:

  • Mehr Frauen in Führungspositionen: Ziel ist, den Frauenanteil auf allen Führungsebenen im Unternehmensdurchschnitt auf über 30 Prozent zu erhöhen. Dazu wurde 2010 die Projektgruppe Chancen:gleich! ins Leben gerufen. Ende 2015 lag der Frauenanteil über alle Führungsebenen bei rund 27,9 Prozent.
  • Demografischer Wandel: Migration und Alter sowie die weiteren Aspekte von Diversity, stehen im Zentrum der Arbeit des Arbeitskreises Chancengleichheit und Diversity (AKC).
  • Vereinbarkeit Familie und Beruf: Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als wichtige Leitlinie für unsere Personalarbeit.

A.2.6 Aspekt: Gleicher Lohn für Frauen und Männer

G4-LA13 Verhältnis des Grundgehalts für Männer zum Grundgehalt für Frauen

Das Unternehmen steht konzernweit im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Die Vergütungssysteme basieren auf den Leistungen der Mitarbeiter und den Bedingungen des Marktes. Diskriminierung, z. B. aufgrund von Geschlecht oder Alter, wird abgelehnt. Das Entgelt wird durch die Art der Tätigkeit in Anlehnung an die Stellenbewertung bestimmt. Dabei werden die individuelle Leistung, die Berufserfahrung sowie Entwicklung am Arbeitsmarkt berücksichtigt.

(Hinweis bezüglich LA13: Grundgehälter von Männern und Frauen sind gleich und werden daher nicht dokumentiert.)

A.2.8 Aspekt: Beschwerdeverfahren hinsichtlich Arbeitspraktiken

G4-LA16 Anzahl der Beschwerden in Bezug auf Arbeitspraktiken, die über formelle Beschwerdeverfahren eingereicht, bearbeitet und gelöst wurden

Mehr als 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten daran, weiterhin publizistisch und wirtschaftlich die Spitzenplätze zu besetzen. Ihnen bietet die Axel Springer SE attraktive Leistungen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Formelle Beschwerden in Bezug auf Arbeitspraktiken lagen im Berichtszeitraum nicht vor.

B. Menschenrechte

Nachfolgende Indikatoren entsprechen den G4/MSS-Leitlinien der „Global Reporting Initiative“ (GRI) zur international einheitlichen Strukturierung von Nachhaltigkeitsberichten. („MSD“ steht für Media Sector Disclosures.)

Die Abkürzung "HR" vor den GRI-Nummern steht für „Human Rights“ (Menschenrechte).

B.1 Managementansatz für das Stakeholder-Anliegen: Einhaltung der Menschenrechte

G4-DMA-A Geben Sie an, warum der Aspekt wesentlich ist. Nennen Sie die Auswirkungen, die diesen Aspekt wesentlich werden lassen.

  • Axel Springer steht für Pressefreiheit ein. Eine freie Presse ist Wesenselement unserer demokratischen Gesellschaft.
  • In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 sind die Freiheit der Meinung, der Meinungsäußerung und der Presse als grundlegende Menschenrechte festgelegt. Sie ist eine Voraussetzung für journalistische Unabhängigkeit.

G4-DMA-B Geben Sie an, wie die Organisation mit diesem wesentlichen Aspekt oder dessen Auswirkungen umgeht. (Richtlinien, Verpflichtungen, Ziele und Vorgaben, Zuständigkeiten, Ressourcen, Besondere Maßnahmen)

Richtlinien
Der Code of Conduct der Axel Springer SE u.a. mit Hinweis auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948.

Verpflichtungen
Einhaltung von Recht und Gesetz.

Ziele und Vorgaben
Axel Springer achtet und unterstützt die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen und toleriert kein Verhalten, das diese missachtet. So ist es gleich im ersten Punkt unserer International Social Policy festgelegt. Weitere Einzelheiten finden Sie hier.

Zuständigkeiten
Die oberste Verantwortung für Beschäftigungsaspekte liegt beim Vorstand der Axel Springer SE.

Ressourcen
Schulungen und bewusstseinsbildende Maßnahmen.

Besondere Maßnahmen

2008 wurden bei Axel Springer Führungsgrundsätze eingeführt. Mit den Grundsätzen soll Führungskräften ein Handlungsrahmen gegeben werden, der Transparenz über die Anforderungen und Erwartungen an die Führungsrolle schafft. Dazu werden Mitarbeiter und Führungskräfte geschult. Den vollständigen Text der Führungsgrundsätze lesen Sie hier.

G4-DMA-C Legen Sie die Beurteilung des Managementansatzes dar, einschließlich der Verfahren für die Beurteilung der Effizienz des Managementansatzes; der Ergebnisse der Beurteilung des Managementansatzes; der Konsequenzen, die die Organisation ziehen wird.

Verfahren
Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, freiwillig eingegangener Selbstverpflichtungen und unternehmensinterner Richtlinien durch Compliance-Management.

Ergebnisse
Die Ergebnisse werden u.a. im Geschäftsbericht zum Fragen der Corporate Governance veröffentlicht. 

Konsequenzen
Fortsetzung der unternehmensweiten Bewusstmachung Compliance-relevanter Themen.

Ergänzende branchenbezogene Angaben (G4-Media Sector Disclosures):
Als Medienunternehmen spielen bei der Meinungsfreiheit sowohl der Aspekt der Ausübung als auch der Aspekt der Unterstützung gesellschaftlicher Freiheitsrechte eine zentrale Rolle.

Als einziges unabhängiges Medienunternehmen besitzt Axel Springer eine Unternehmensverfassung. Die darin formulierten fünf Grundsätze sind Grundlage der publizistischen Ausrichtung. Sie definieren gesellschaftspolitische Grundüberzeugungen, geben aber keine Meinung vor.

Axel Springer steht für Pressefreiheit ein. Eine freie Presse ist Wesenselement unserer demokratischen Gesellschaft. Der Schutz der Pressefreiheit reicht von der Beschaffung der Information bis zur Verbreitung der Nachricht. Schutz genießen beispielsweise die Bestimmung der Tendenz einer Zeitung, die Vertraulichkeit der Redaktionsarbeit sowie insbesondere die Geheimhaltung der Informationsquellen im Interesse eines breiten Informationsflusses. Die Pressefreiheit kann mit anderen vom Grundgesetz geschützten Werten in Konflikt geraten und wird nicht vorbehaltlos gewährleistet. Um die Pressefreiheit aber vor einer Relativierung zu bewahren, hat sich die Auslegung der sie einschränkenden Gesetze stets an der Bedeutung der Pressefreiheit, die konstituierend für die Demokratie ist, zu orientieren.

Inhaltliche Einflussnahme von Werbekunden, Regierungen oder politischen Parteien engt die freie Berichterstattung ein und wird vom Leser mit Abwendung quittiert. So ist Unabhängigkeit die erste Voraussetzung für exzellenten Journalismus.

Leitlinien: Zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit bei Axel Springer haben die Chefredakteure und Verlagsgeschäftsführer bereits 2003 entsprechende Leitlinien in Kraft gesetzt. Dazu zählt die Trennung von Werbeanzeigen und redaktionellen Texten. Die Leitlinien sind seit 2012 Bestandteil des konzernweit gültigen Code of Conduct.

Charta für Pressefreiheit: Im Mai 2009 zählte die Axel Springer SE zu den Mitunterzeichnern der „Europäischen Charta für Pressefreiheit“. Sie formuliert Grundsätze für die Freiheit der Medien gegenüber staatlichen Eingriffen, insbesondere für den Schutz vor Überwachungen, Lauschaktionen und Durchsuchungen von Redaktionen und Computern sowie für den freien Zugang von Journalisten und Bürgern zu allen in- und ausländischen Informationsquellen. Den vollständigen Text der „Europäischen Charta für Pressefreiheit“ finden Sie unter www.pressfreedom.eu.

Förderung der Medienkompetenz: Um an demokratischen Entscheidungen teilnehmen zu können, sind der Zugang zu Wissen, das Verständnis von politischen Prozessen sowie der Aufbau von Medienkompetenz entscheidende Voraussetzungen. Die Axel Springer SE fördert dazu das Medienverständnis junger Menschen.

Engagement für Pressefreiheit: DIE WELT und WELT KOMPAKT unterstützten 2010 den Internationalen Tag der Pressefreiheit als exklusiver Medienpartner der Organisation „Reporter ohne Grenzen“. Die Titelseiten der beiden Tageszeitungen der WELT-Gruppe erschienen am Montag, den 3. Mai 2010, leer - ohne Aufmacher, Nachrichten, Kommentare und Fotos. Stattdessen war unten rechts auf den Titelseiten nur eine kleine Anzeige von „Reporter ohne Grenzen“ zu sehen, die auf die weltweite Bedeutung und den Stellenwert der Pressefreiheit aufmerksam macht.

Online-Magazin zur Pressefreiheit: Die Axel Springer Akademie publiziert ein Online-Magazin zur Pressefreiheit in Deutschland. Auf der Internetseite www.20zwoelf.de gehen 20 junge Journalisten unter dem Motto „Schreib es laut!“ der Frage nach, wie es um die Freiheit der Medien in Deutschland bestellt ist. In zahlreichen Hintergrundberichten, Interviews und Videos dokumentieren sie, wie versucht wird, auf eine unabhängige Berichterstattung Einfluss zu nehmen. Darüber hinaus porträtieren sie Menschen, die sich für das Grundrecht der Pressefreiheit in Deutschland stark machen.

„BILD zur Wahl“ 2013: Um einen positiven Impuls gegen die seit Jahren sinkende Wahlbeteiligung zu setzen, veröffentlichte BILD am Tag vor der Bundestagswahl – am Samstag, den 21. September 2013 – eine thematische Sonderausgabe in einer Auflage von mehr als 40 Millionen Exemplaren. Die Ausgabe beleuchtete aktuelle politische Zusammenhänge, hinterfragte Wahlprogramme der Parteien, stellte die Kanzlerkandidaten vor und analysierte die wichtigsten Umfragen.

Schutz geistigen Eigentums: Als Medienkonzern ist Axel Springer dem Schutz geistigen Eigentums Dritter besonders verpflichtet. Maßgeblich für den Schutz des geistigen Eigentums sind die geltenden Gesetze. Da diese international variieren, sind die jeweiligen lokalen Ausprägungen einzuhalten.

Umgang mit Quellen: Die Journalistinnen und Journalisten sind im Umgang mit Quellen und Recherchen zu besonderer Sorgfalt verpflichtet. Sie stehen für Meinungs- und Pressefreiheit ein und nehmen aufgrund des öffentlichen Berichterstattungsinteresses Abwägungen vor, die sich nach geltendem Recht und den anerkannten Regeln der journalistischen Sorgfalt richten.

B.2 Angaben und Verweise für den Berichtszeitraum 2014 + 2015

B.2.1 Aspekt: Investitionen

G4-HR1 Prozentsatz und Gesamtzahl der wesentlichen Investitionsvereinbarungen, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder die unter Menschenrechtsaspekten geprüft wurden.

Jede signifikante Investition oder Beschaffung wird u.a. im Rahmen von Due Diligence Prozessen unter Aspekten von Menschenrechten geprüft.

Mit Blick auf die wachsende internationale Präsenz des Unternehmens hat die Axel Springer SE einen Katalog sozialer Standards verabschiedet. Diese „International Social Policy" ist eine verbindliche Leitlinie zur sozialen Integrität und gilt weltweit für alle Aktivitäten des Unternehmens. Diese Standards sind z.B. Teil der Verträge der an andere Verlage lizenzierten Zeitschriften. Den Katalog sozialer Standards finden Sie hier.

G4-HR2 Gesamtzahl der Schulungsstunden von Mitarbeitern für Richtlinien und Verfahrensanweisungen der Organisation, die sich auf Menschenrechtsaspekte beziehen und für die Geschäftstätigkeit maßgeblich sind, sowie Prozentsatz der geschulten Mitarbeiter an der Gesamtbelegschaft.

Die im Jahr 2008 eingeführten Führungsgrundsätze der Axel Springer SE sind Teil des jährlichen Weiterbildungsprogramms für Mitarbeiter und Führungskräfte. Dazu zählen u. a. Seminarangebote zu Gleichstellung, Diversity, Gesundheitsmanagement, Arbeitsrecht, Reflektion der Führungsrolle, Interkulturelle Kompetenz, Konfliktmanagement und Presserecht. Die Anzahl der Trainingsstunden lag 2015 bei Axel Springer in Deutschland insgesamt bei 70.005 Stunden und damit um rund 33,3 Prozent niedriger als 2013.

Ergänzende branchenbezogene Angaben (G4-Media Sector Disclosures):

Zu den Weiterbildungsangeboten mit Bezug zu redaktionellen Inhalten zählen u.a. Journalistische Ethik (Axel Springer Akademie), Code of Conduct, Presserecht, Datenschutz, etc.

B.2.2 Aspekt: Gleichbehandlung

G4-HR3 Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen

Vorfälle von Diskriminierung sind nicht bekannt. Seit August 2006 gilt in Deutschland das Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) mit dem entsprechende Anti-Diskriminierungsrichtlinien der Europäischen Union umgesetzt werden. In internen Seminaren wurden Mitarbeiter bezüglich der Vorgaben des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) geschult.

B.2.8 Aspekt: Prüfung

G4-HR9 Anteil und Gesamtzahl der Bereiche, die unter Aspekten von Menschenrechten oder menschenrechtlichen Auswirkungen untersucht worden sind.

Die Konzernrevision bildet ein wesentliches Element einer modernen und wirkungsvollen Unternehmensführung und -überwachung (Corporate Governance). Zu den Aufgaben zählen

  • Risikoorientierte Prüfung der Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Sicherheit von Prozessen, Strukturen sowie IT Systemen in allen Konzerngesellschaften und –bereichen;
  • Beurteilung der Wirksamkeit des auf zentraler und dezentraler Ebene eingerichteten internen Überwachungssystems (Risikomanagement, Internes Kontrollsystem, Compliance Management System);
  • Anlassbezogene Durchführung von Sonderaufträgen im Auftrag von Vorstand und Aufsichtsrat, z.B. bei Verdacht auf dolose Handlungen (Fraud Audits);
  • Full-Scope Prozess- und IT-Prüfungen bei (neu akquirierten) Tochtergesellschaften im In- und Ausland;

Kommentar im Rahmen der GRI-„Media Sector Disclosures“:

Medienorganisationen können erhebliche Auswirkungen auf die Aspekte der Menschenrechte (einschließlich der freien Meinungsäußerung, Darstellung der Menschenrechte, kulturelle Rechte, geistiges Eigentum und Schutz der Privatsphäre) haben. Bewertungen und Folgenabschätzungen, wie die relevanten Aspekte in Betrieb integriert werden, sind wesentlich, dass die Auswirkungen der Organisation zu gewährleisten, im Einklang mit ihren Gehaltswerte oder redaktionellen Richtlinien ist. Siehe General Standard Disclosure G4-56.

Unabhängiger und kritischer Journalismus

Dazu schreibt Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, in seinem Vorwort zu diesem Nachhaltigkeitsbericht:

„Sinn und Seele des Unternehmens Axel Springer ist der Journalismus. Mit unabhängiger und kritischer Information und Beratung sowie guter Unterhaltung dienen wir unseren Lesern. Mit unseren publizistischen Angeboten leisten wir einen Beitrag zur Stärkung von Freiheit und Demokratie. Voraussetzung dafür ist unser wirtschaftlicher Erfolg.“

Als einziges unabhängiges Medienunternehmen besitzt Axel Springer eine Unternehmensverfassung. Die darin formulierten fünf Grundsätze sind Grundlage der publizistischen Ausrichtung. Sie definieren gesellschaftspolitische Grundüberzeugungen, geben aber keine Meinung vor.

Die Förderung der Einhaltung redaktioneller Standards bei der Erstellung von Inhalten ist ein kontinuierlicher Prozess. Dazu zählen - neben einer guten Journalisten-Ausbildung und der Hinzuziehung fachlicher Beratung – Maßnahmen wie die redaktionsinterne oder auch öffentliche Blattkritik und der Austausch mit Leserbeiträten. Einrichtungen wie Leserbeiräte helfen den Redaktionen, noch mehr auf die Interessen, Sorgen und Probleme der Leser einzugehen. Redaktionen erfahren noch direkter, was Lesern wichtig ist, was sie gut oder schlecht finden und welche Themen stärker aufgegriffen werden sollen.

Medienangebote – ob online oder gedruckt – müssen durch Qualität überzeugen; deshalb ist uns die exzellente Ausbildung des journalistischen Nachwuchses besonders wichtig. Die Axel Springer Akademie verfolgt einen medienübergreifenden Ansatz und gilt deshalb als Deutschlands modernste Journalistenschule, die klassischen, traditionellen Journalismus erfolgreich mit den Techniken crossmedialer Darstellung verzahnt.

Inhaltliche Einflussnahme von Werbekunden, Regierungen oder politischen Parteien engt die freie Berichterstattung ein und wird vom Leser mit Abwendung quittiert.

So ist Unabhängigkeit die erste Voraussetzung für exzellenten Journalismus. Dieser wird auch von Anzeigenkunden geschätzt. Für die Axel Springer SE gilt die strikte Trennung von Redaktion und Anzeigen. Werbeanzeigen werden gekennzeichnet.

Leser können gegen journalistische Inhalte beim Presserat, der Institution freiwilliger Selbstregulierung der Presse, sowie bei den Gerichten Beschwerde einlegen.

Der Deutsche Presserat ist eine Organisation der großen deutschen Verleger- und Journalistenverbände wie dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), dem Deutschen Journalistenverband (DJV) sowie der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju). Gegründet wurde der Presserat am 20. November 1956.

Die Axel Springer SE ist im Kuratorium von „Reporter ohne Grenzen“ vertreten.

Alexander Schröder, Chief Risk & Compliance Officer der Axel Springer SE, beteiligte sich an der von Transparency International herausgegebenen Studie „Korruption im Journalismus – Wahrnehmung, Meinung, Lösung“.

B.2.9 Aspekt: Bewertung der Lieferanten hinsichtlich Menschenrechten

G4-HR10 Prozentsatz wesentlicher Zulieferer und Auftragnehmer, die unter Menschenrechtsaspekten geprüft wurden und ergriffene Maßnahmen.

Jede signifikante Investition oder Beschaffung wird u.a. im Rahmen von Due Diligence Prozessen unter Aspekten von Menschenrechten geprüft.

Geschäftspartner werden über den Code of Conduct des Unternehmens informiert. Seit 1995 achtet Axel Springer bei Papierlieferanten auf die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Waldnutzungsstandards bezüglich der Klausel zum Schutz indigener Völker. Als Kunde von Druckpapierherstellern in zahlreichen Ländern informiert sich das Unternehmen auch vor Ort über die sozialen, ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen der Forstwirtschaft sowie Zell- und Papierproduktion. Beispielsweise ist die International Social Policy Teil der Verträge der an andere Verlage lizenzierten Zeitschriften.

B.2.10 Aspekt: Beschwerdeverfahren hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen

G4-HR12 Zahl der bezüglich Fragen der Menschenrechte festgestellten Beschwerden und Missstände sowie Wege und Mechanismen der Korrektur.

Im Berichtszeitraum 2014 und 2015 wurden mit Bezug auf Governance, Risk & Compliance bei Axel Springer keine Beschwerden und Missstände im Bereich Menschenrechte gemeldet.

Kommentar im Rahmen der GRI-„Media Sector Disclosures“:

Mitarbeiter-Motivation und publizistische Glaubwürdigkeit sind wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg eines Medienunternehmens. Sie bilden eine quasi natürliche Barriere gegen Missstände im Bereich der Menschenrechte.

C. Gesellschaft

Nachfolgende Indikatoren entsprechen den G 3.1/MSS-Leitlinien der „Global Reporting Initiative“ (GRI) zur international einheitlichen Strukturierung von Nachhaltigkeitsberichten. („MSS“ steht für Media Sector Supplement.)

Die Abkürzung "SO" vor den GRI-Nummern steht für „Society“ (Gesellschaft).

C.1 Managementansatz für die Stakeholder-Anliegen: Journalistische Unabhängigkeit und gesellschaftliche Verantwortung

G4-DMA-A Geben Sie an, warum der Aspekt wesentlich ist. Nennen Sie die Auswirkungen, die diesen Aspekt wesentlich werden lassen.

  • Als Herausgeber digitaler und gedruckter Publikationen steht das Unternehmen mitten in Gesellschaft. Journalistische Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit zählen zu den Voraussetzungen.
  • Eine Entfernung oder gar Isolierung von gesellschaftlichen Gegebenheiten steht dem nachhaltigen Fortbestand des Unternehmens entgegen.

G4-DMA-B Geben Sie an, wie die Organisation mit diesem wesentlichen Aspekt oder dessen Auswirkungen umgeht. (Richtlinien, Verpflichtungen, Ziele und Vorgaben, Zuständigkeiten, Ressourcen, Besondere Maßnahmen)

Richtlinien

Als einziges unabhängiges Medienunternehmen besitzt Axel Springer eine Unternehmensverfassung. Die darin formulierten fünf Grundsätze sind Grundlage der publizistischen Ausrichtung. Sie definieren gesellschaftspolitische Grundüberzeugungen, geben aber keine Meinung vor. Einzelheiten finden Sie hier.

Darüber hinaus hat das Unternehmen Werte definiert, welche die Unternehmenskultur bei Axel Springer ausmachen. 2008 wurden bei Axel Springer Führungsgrundsätze eingeführt, die den Führungskräften einen Handlungsrahmen für ihre tägliche Arbeit geben.

Leitlinien der journalistischen Unabhängigkeit bei Axel Springer: Zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit bei Axel Springer haben die Chefredakteure und Verlagsgeschäftsführer der Gesellschaft Leitlinien entwickelt und in Abstimmung mit dem Vorstand im August 2003 in Kraft gesetzt. Einzelheiten finden Sie hier.

Der im Juli 2004 veröffentlichte Katalog sozialer Standards ist eine verbindliche Leitlinie zur sozialen Integrität und gilt weltweit für alle Aktivitäten des Unternehmens. Hohe Bedeutung hat bei der Axel Springer SE eine gute Corporate Governance bei der Unternehmensführung und -kontrolle. Außerdem veröffentlichte das Unternehmen 1994 mit dem ersten Umweltbericht eine vier Punkte umfassende Umweltleitlinie.

Verpflichtungen

Das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens wird im kontinuierlichen Austausch mit unseren Stakeholdern auf seine Aktualität hin überprüft.

Interesse am Wirken des Unternehmens sowie seiner Produkte im In- und Ausland äußern insbesondere Leser und Nutzer unserer Medienangebote, Anzeigen- und Druckkunden, Mitarbeiter, Anleger, Nachbarn, Besucher, Schüler, Studenten, wissenschaftliche Einrichtungen, staatliche Aufsichtsbehörden und Regulatoren, Lieferanten, Nichtregierungsorganisationen und Medien.

Ziele und Vorgaben

Axel Springer ist ein in Europa führendes, multimedial integriertes Print-, Online- und Web-TV-Unternehmen. Ob gedruckt oder digital: jedes Medium gehorcht unterschiedlichen Gesetzen, doch überall kommt es auf die Qualität der Inhalte an. Neuigkeiten, Meinungen, gut erzählte Geschichten – darum geht es in Zukunft und darum ging es immer. Wir arbeiten vernetzt und medienübergreifend und verzahnen so die verschiedenen Welten.

Für Axel Springer ist es eine Frage der journalistischen Glaubwürdigkeit, sich für die Anliegen unserer Leser und Zuschauer sowie der Gesellschaft als Ganzes zu engagieren. Die verschiedenen Handlungsfelder unseres gesellschaftlichen Engagements – unserer Medien, Leser und Mitarbeiter ebenso wie des Unternehmens selber finden Sie hier.

Zuständigkeiten
Die oberste Zuständigkeit für Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung liegt beim Vorstand der Axel Springer SE.

Ressourcen
U.a. die Ausbildung von Nachwuchsredakteuren an der Axel Springer Akademie

Besondere Maßnahmen

Am 1. Oktober 2015 verteilte "Bild" eine Sonderausgabe  an alle Haushalte in Deutschland. Anlass war der 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung.

G4-DMA-C Legen Sie die Beurteilung des Managementansatzes dar, einschließlich der Verfahren für die Beurteilung der Effizienz des Managementansatzes; der Ergebnisse der Beurteilung des Managementansatzes; der Konsequenzen, die die Organisation ziehen wird.

Verfahren
Marktforschung

Ergebnisse
Bestätigung der ergriffenen Maßnahmen.

Konsequenzen

Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Stärkung journalistischer Leserfreundlichkeit und Glaubwürdigkeit.

Ergänzende branchenbezogene Angaben (G4-Media Sector Disclosures):

Maßnahmen gegen Korruption: Die Anforderungen zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit bei Axel Springer sind in den folgenden Leitlinien niedergelegt (Auszug aus dem Code of Conduct)

  • Verlagsmitarbeiterinnen und Verlagsmitarbeiter sowie Redakteurinnen und Redakteure sind aufgefordert, klar zwischen redaktionellen Texten und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken zu trennen und die werberechtlichen Regelungen für bezahlte Veröffentlichungen einzuhalten.
  • Die Journalistinnen und Journalisten bei Axel Springer stellen gemeinsam mit den Verlagsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sicher, dass eine Trennung von Werbung und Redaktion gewahrt wird. Werbung darf durch ihre Gestaltung – insgesamt oder durch beherrschende Komponenten, beispielsweise die Typografie – nicht den Eindruck erwecken, sie sei redaktioneller Bestandteil des Titels. Im Zweifelsfall muss die Anzeige klar und in ausreichender Größe entsprechend gekennzeichnet werden; entziehen sich inhaltlichen Einflussversuchen von Werbekunden oder anderer interessierter Seite und treffen keine Absprachen, die ihre journalistische Unabhängigkeit beeinträchtigen.
  • Redaktionelle Veröffentlichungen dürfen in keinem Fall durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Redakteurinnen und Redakteure beeinflusst werden.
  • Die Journalistinnen und Journalisten bei Axel Springer berichten grundsätzlich nicht über nahestehende Personen, insbesondere Familienangehörige, in Text und Bild, es sei denn, es liegt ein mit dem jeweiligen Vorgesetzten abgestimmter sachlicher Grund vor; nutzen ihre Berichterstattung nicht, um sich oder anderen Vorteile zu verschaffen; stimmen sich grundsätzlich mit ihrem Vorgesetzten ab, falls durch Mitgliedschaft, Bekleidung eines Amtes oder durch ein Mandat in Vereinen, Parteien, Verbänden und sonstigen Institutionen, durch Beteiligung an Unternehmen, durch gestattete Nebentätigkeit oder durch eine Beziehung zu Personen oder Institutionen der Anschein erweckt werden könnte, dass dadurch die Neutralität ihrer Berichterstattung über diese Vereine, Parteien, Verbände, Unternehmen, Personen und sonstigen Institutionen beeinträchtigt würde; beachten mit besonderer Sorgfalt die gesetzlichen Regelungen und berufsethischen Verpflichtungen der Presse zu Insider- und anderen Informationen mit potenziellen Auswirkungen auf Wertpapierkurse.
  • Um unabhängige journalistische Arbeit nicht durch persönliche Vorteilsnahme zu gefährden, ist schon der bloße Anschein zu vermeiden, die Entscheidungsfreiheit von Journalistinnen und Journalisten könne durch Gewährung von Einladungen oder Geschenken  beeinträchtigt werden.
  • Die Journalistinnen und Journalisten bei Axel Springer tragen dafür Sorge, dass alle Kosten (Reisekosten, Bewirtungen etc.), die im Zusammenhang mit Recherchen entstehen, grundsätzlich durch die Redaktion übernommen werden; Ausnahmen sind von der Chefredaktion zu genehmigen; nehmen keine Geschenke an, die den Charakter einer persönlichen Vorteilsnahme haben, oder führen diese – falls die Annahme unvermeidbar ist – karitativen Zwecken zu.

C.2 Angaben und Verweise für den Berichtszeitraum 2014 + 2015

C.2.2 Aspekt: Korruptionsbekämpfung

G4-SO3 Prozentsatz und Anzahl der Geschäftseinheiten, die auf Korruptionsrisiken hin untersucht wurden

Im Rahmen des bei Axel Springer eingeführten integrierten Compliance- und Risikomanagementsystems erfolgt jährlich eine systematische Erhebung und Bewertung aller Compliance-bezogenen Risiken, u.a. auch der Korruptionsrisiken. Zusätzlich sind Korruptionsrisiken Gegenstand unserer Prüfungen durch die Konzernrevision. Sofern sich aus Compliance-bezogenem Meldewesen bzw. Compliance Management System, Prüfungen und Untersuchungen Erkenntnisse über Korruptionsrisiken ergeben, fließen diese in das Risikoinventar ein. Insofern waren 100% der im Risikomanagementsystem enthaltenen operativ aktiven Mehrheitsbeteiligungen sowie die Bereiche der Axel Springer SE Betrachtungsgegenstand von Compliance und somit Korruptionsrisiken.

G4-SO4 Informationen und Schulungen über Leitlinien und Verfahren zur Korruptionsbekämpfung

Im Berichtszeitraum sind diverse Maßnahmen zur Information und Schulung über Leitlinien und Verfahren zur Korruptionsbekämpfung sowie zu gesetzeskonformen Verhalten durchgeführt worden. U.a. wurde im Rahmen der Einführung eines für externe und interne Personenkreise zugängliches elektronisches Hinweisgebersystem die Entscheidungsträger der Axel Springer SE über Themen wie Korruption informiert. Ferner trat in 2014 eine Richtlinie zur Annahme und Vergabe von Geschenken und Einladungen in Kraft und die interne Veröffentlichung der Richtlinie mit entsprechenden Kommunikationsmaßnahmen begleitet. Weiterhin wird jede neuen Mitarbeiterin und Mitarbeiter im Rahmen der Einstellungsphase der Verhaltenskodex (Axel Springer Code of Conduct) zur Kenntnis gebracht. Zusätzlich werden in Seminaren und Schulungen zu den unterschiedlichsten Themen die Vorgaben des Code of Conduct vermittelt.

Der Aufsichtsrat hat gemäß seiner Geschäftsordnung vier Ausschüsse gebildet – Präsidium, Personalausschuss, Nominierungsausschuss und Audit Committee –, die die Arbeit des Plenums unterstützen. Das Audit Committee wird regelmäßig auf informiert.

Der Aufsichtsrat hat gemäß seiner Geschäftsordnung vier Ausschüsse gebildet – Präsidium, Personalausschuss, Nominierungsausschuss und Audit Committee –, die die Arbeit des Plenums unterstützen.

Das Audit Committee ist unbeschadet der Zuständigkeit des Gesamtaufsichtsrats u. a. zuständig für die Vorbereitung der Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses durch Vorprüfung von Jahresabschluss, Abhängigkeitsbericht und Konzernabschluss, Lagebericht und Konzernlagebericht, die Prüfung des Vorschlags über die Gewinnverwendung, die Erörterung des Prüfungsberichts mit dem Abschlussprüfer sowie die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Abschlussprüfung, hier insbesondere der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, die Überwachung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, des Internen Kontrollsystems (IKS), des Compliance Management Systems sowie des Internen Revisionssystems. Es ist weiter zuständig für die Prüfung der Zwischenabschlüsse bzw. Zwischenberichte und die Erörterung des Berichts des Abschlussprüfers über die prüferische Durchsicht der Zwischenabschlüsse. Betreffend die Abschlussprüfung ist es u. a. zuständig für die Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers sowie für die Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer und die Festlegung von Prüfungsschwerpunkten. Dem Audit Committee gehören Lothar Lanz als Vorsitzender an, Dr. Giuseppe Vita als stellvertretender Vorsitzender und Oliver Heine, Rudolf Knepper sowie Dr. h. c. Friede Springer als weitere Mitglieder des Audit Committee.

G4-SO5 Bestätigte Korruptionsfälle und ergriffene Maßnahmen

In 2015 wurde zusätzlich zu den bisher vorhandenen Meldewegen ein elektronisches Hinweisgebersystem eingeführt, das extern sowie intern genutzt werden kann, um zum Beispiel Korruptionsfälle zu melden. Solche Fälle durchlaufen einen standardisierten Prozess – gegebenenfalls mit definierten Eskalationsstufen. Zu den möglichen Maßnahmen zählen u.a. die eingehende Analyse der Zusammenhänge von Ursache und Wirkung, die Anpassung der Abläufe und internen Kontrollsysteme bis hin zu Schulungen und Sanktionen. Im Vordergrund steht die Prävention von Korruptionsvorfällen. Zum Schutz der Vertraulichkeit wird von quantitativen Angaben abgesehen.

C.2.3 Aspekt: Politik

G4-SO6 Gesamtwert der Zuwendungen (Geldzuwendungen und Zuwendungen von Sachwerten) an Parteien, Politiker und damit verbundenen Einrichtungen, aufgelistet nach Ländern.

Die Axel Springer SE unterstützt keine politischen Parteien und leistet keine unerlaubten Zuwendungen dieser Art.

Kommentar im Rahmen der GRI-„Media Sector Disclosures“:

Die Axel Springer SE unterstützt keine politischen Parteien und leistet keine Zuwendungen dieser Art.

C.2.4 Aspekt: Wettbewerbswidriges Verhalten

G4-SO7 Anzahl der Klagen, die aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- oder Monopolbildung erhoben wurden und deren Ergebnisse.

Klagen dieser Art liegen nicht vor.

C.2.5 Aspekt: Einhaltung der Gesetze

G4-SO8 Wesentliche Bußgelder (Geldwert) und Anzahl nicht monetärer Strafen wegen Verstoßes gegen Rechtsvorschriften.

Die Verlags-Gesellschaften werden von den Rechtsabteilungen des Unternehmens mit dem Ziel beraten, Bußgelder sowie nichtmonetäre Strafen wegen Verstoßes gegen Rechtsvorschriften zu vermeiden. Fälle wesentlicher Bußgelder sowie nichtmonetäre Strafen wegen Verstoßes gegen Rechtsvorschriften liegen nicht vor.

D. Produktverantwortung

Nachfolgende Indikatoren entsprechen den G 3.1/MSS-Leitlinien der „Global Reporting Initiative“ (GRI) zur international einheitlichen Strukturierung von Nachhaltigkeitsberichten. („MSS“ steht für Media Sector Supplement.)

Die Abkürzung „PR“ vor den GRI-Nummern steht für „Product Responsibility“ (Produktverantwortung).

D.1 Managementansatz für die Stakeholder-Anliegen: Produktverantwortung und Kundenzufriedenheit

G4-DMA-A Geben Sie an, warum der Aspekt wesentlich ist. Nennen Sie die Auswirkungen, die diesen Aspekt wesentlich werden lassen.

  • Zu den wesentlichen Voraussetzungen für den nachhaltigen Fortbestand des Unternehmens zählt die Kundenzufriedenheit.
  • Wachsende Kundenzufriedenheit wirkt sich positiv auf den Unternehmenserfolg aus.

G4-DMA-B Geben Sie an, wie die Organisation mit diesem wesentlichen Aspekt oder dessen Auswirkungen umgeht. (Richtlinien, Verpflichtungen, Ziele und Vorgaben, Zuständigkeiten, Ressourcen, Besondere Maßnahmen)

Richtlinien

Unter Produktverantwortung versteht die Axel Springer SE die Verantwortung, die das Unternehmen hinsichtlich seiner Medienprodukte wahrnimmt. Hierzu zählen in erster Linie:

  • journalistische Unabhängigkeit
  • Sorgfalt im Umgang mit Quellen
  • die Trennung zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten
  • die Verhaltensregeln der Werbewirtschaft
  • der Jugendschutz
  • der Datenschutz sowie die Sicherheit digitaler Informationssysteme
  • die Sicherung sozialer und ökologischer Standards entlang der Holz-, Zellstoff-, Papier-, Druck- und Recyclingkette sowie bei der Beschaffung von Werbemitteln
  • die Einhaltung von Recht und Gesetz.

Weitere Einzelheiten finden Sie hier.

Verpflichtungen
Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, freiwillig eingegangener Selbstverpflichtungen und unternehmensinterner Richtlinien.

Ziele und Vorgaben
Die Axel Springer SE will das führende digitale Medienunternehmen werden.

Zuständigkeiten
Die oberste Zuständigkeit für Fragen der Produktverantwortung liegt beim Vorstand der Axel Springer SE.

Ressourcen
Das Monitoring liegt – neben den Chefredaktionen und Verlagsleitungen, der Rechtsabteilung, den Personalleitungen, dem Datenschutzbeauftragten, dem Einkauf und dem Referat Nachhaltigkeit – zentral im Bereich Governance, Risk & Compliance. Compliance bedeutet für Axel Springer die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, freiwillig eingegangener Selbstverpflichtungen und unternehmensinterner Richtlinien.

Besondere Maßnahmen

Mitarbeiter und Führungskräfte werden im Rahmen der 2008 eingeführten Führungsgrundsätze geschult. Redakteurinnen und Redakteure werden im Zuge ihrer Ausbildung an der Axel Springer Akademie sowie durch ihre Vorgesetzten bezüglich journalistischer Qualitätssicherung geschult und sensibilisiert. Auch Schulungen zur Einhaltung von Datenschutz-Vorschriften zählen zum Weiterbildungs-Programm.

G4-DMA-C Legen Sie die Beurteilung des Managementansatzes dar, einschließlich der Verfahren für die Beurteilung der Effizienz des Managementansatzes; der Ergebnisse der Beurteilung des Managementansatzes; der Konsequenzen, die die Organisation ziehen wird.

Verfahren
u.a. Leserbeiräte und Marktforschung;

Ergebnisse
Anregungen zur Verbesserung

Konsequenzen

Kontinuierliche Verbesserung der Kundenfreundlichkeit und der Sicherung von Qualitätsstandards.

Ergänzende branchenbezogene Angaben (G4-Media Sector Disclosures):

M2: Verfahren zur Sicherung von Standards bei der Erstellung von Inhalten

Die Idee der Zeitung hat auch mit Haltung zu tun: Der User und Leser will wissen, wofür ein redaktionelles Angebot steht. Wo diese eigenständige Haltung nicht erkennbar ist, verliert Journalismus an Anziehungskraft. Das ist heute so wichtig wie vor hunderten von Jahren - egal ob auf Papier oder im Internet.

Das breite Medienportfolio der Axel Springer SE umfasst multimediale Markenfamilien wie die der BILD- und der WELT-Gruppe.

Redakteurinnen und Redakteure der Axel Springer SE sind sich der Verantwortung bewusst, die sie für die Information und Meinungsbildung haben. Unabhängigkeit ist die unverzichtbare Grundlage ihrer Arbeit. Die Leitlinien zur journalistischen Arbeit aller Redakteurinnen und Redakteure sichern die Rahmenbedingungen für unabhängigen und kritischen Journalismus bei Axel Springer.

Schutz geistigen Eigentums: Als Medienkonzern ist Axel Springer dem Schutz geistigen Eigentums Dritter besonders verpflichtet. Maßgeblich für den Schutz des geistigen Eigentums sind die geltenden Gesetze. Da diese international variieren, sind die jeweiligen lokalen Ausprägungen einzuhalten.

Umgang mit Quellen: Die Journalistinnen und Journalisten sind im Umgang mit Quellen und Recherchen zu besonderer Sorgfalt verpflichtet. Sie stehen für Meinungs- und Pressefreiheit ein und nehmen aufgrund des öffentlichen Berichterstattungsinteresses Abwägungen vor, die sich nach geltendem Recht und den anerkannten Regeln der journalistischen Sorgfalt richten.

Die Chefredakteurinnen und Chefredakteure sind für die Einhaltung der Leitlinien und ihre Implementierung im redaktionellen Tagesgeschäft verantwortlich.

Um die Einhaltung von Gesetzen, Selbstverpflichtungen und Richtlinien sicherzustellen, wurde bei Axel Springer ein konzernweites Compliance-Management eingeführt. Ein Compliance Committee überwacht u.a. die Einhaltung des Code of Conduct. Der Code of Conduct ist Teil der Compliance-Organisation und als Zusammenfassung der Verhaltensregeln von Axel Springer zu verstehen, zu dem u.a. die Leitlinien für Journalistische Unabhängigkeit gehören. (Einzelheiten lesen Sie hier.)

Der Sicherung von Standards dient der kontinuierliche Austausch mit Lesern. Dazu zählt die Bearbeitung von Leserbriefen und E-Mails, die Blattkritik sowie die Diskussion mit Leserbeiräten. (Einzelheiten lesen Sie hier.)

Online-Netiquette: Um Standards auch online zu sichern, hat z.B. die BILD.de-Community entsprechende Leitlinien festgelegt. U. a. werden keine Beiträge toleriert, die andere wegen ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Sprache, ihrer Abstammung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung diskriminieren oder gegen Gesetze verstoßen. Entsprechende Einträge und Userprofile werden umgehend gelöscht. Texte, Bilder und Videos dürfen nur hochgeladen werden, wenn die Urheberrechte beim Verfasser liegen! Zitate sind als solche zu kennzeichnen. Nutzer haben mit der „MELDEN“-Funktion die Möglichkeit, auf Beiträge, die nicht der Netiquette entsprechen, hinzuweisen.

M3: Maßnahmen zur Förderung von Standards bei der Erstellung von Inhalten

Als einziges unabhängiges Medienunternehmen besitzt Axel Springer eine Unternehmensverfassung. Die darin formulierten fünf Grundsätze sind Grundlage der publizistischen Ausrichtung. Sie definieren gesellschaftspolitische Grundüberzeugungen, geben aber keine Meinung vor.

Bei den Titeln der Axel Springer SE waren 2013 rund 2800 Redakteurinnen und Redakteure beschäftigt. Die Förderung der Einhaltung von Standards bei der Erstellung von Inhalten ist ein kontinuierlicher Prozess. Dazu zählen - neben einer guten Journalisten-Ausbildung und der Hinzuziehung fachlicher Beratung – Maßnahmen wie die redaktionsinterne oder auch öffentliche Blattkritik und der Austausch mit Leserbeiträten. Einrichtungen wie Leserbeiräte helfen den Redaktionen, noch mehr auf die Interessen, Sorgen und Probleme der Leser einzugehen. Redaktionen erfahren noch direkter, was Lesern wichtig ist, was sie gut oder schlecht finden und welche Themen stärker aufgegriffen werden sollen.

Medienangebote – ob gedruckt oder online – müssen durch Qualität überzeugen; deshalb ist uns die exzellente Ausbildung des journalistischen Nachwuchses besonders wichtig. Die Axel Springer Akademie verfolgt einen medienübergreifenden Ansatz und gilt deshalb als Deutschlands modernste Journalistenschule, die klassischen, traditionellen Journalismus erfolgreich mit den Techniken crossmedialer Darstellung verzahnt.

Inhaltliche Einflussnahme von Werbekunden, Regierungen oder politischen Parteien engt die freie Berichterstattung ein und wird vom Leser mit Abwendung quittiert.

So ist Unabhängigkeit die erste Voraussetzung für exzellenten Journalismus. Dieser wird auch von Anzeigenkunden geschätzt. Für die Axel Springer SE gilt die strikte Trennung von Redaktion und Anzeigen. Werbeanzeigen werden gekennzeichnet.

Leser können gegen journalistische Inhalte beim Presserat, der Institution freiwilliger Selbstregulierung der Presse, sowie bei den Gerichten Beschwerde einlegen.

Der Deutsche Presserat ist eine Organisation der großen deutschen Verleger- und Journalistenverbände wie dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), dem Deutschen Journalistenverband (DJV) sowie der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju). Gegründet wurde der Presserat am 20. November 1956.

Die Geschäftsstelle hat seit Juni 2009 ihren Sitz in Berlin.

M4: Maßnahmen bezüglich der Verbreitung und Zugänglichkeit von Inhalten

Zu den Maßnahmen zur Verbreitung und Zugänglichkeit von Inhalten zählen u.a. der Ausbau der Presse-Verkaufsstellen, der Ausbau des journalistischen Angebots im Internet, als Hör- oder Bewegtbilddatei sowie als App. Hinzu kommen Maßnahmen, die den Zugang zu Wissen, das Verständnis von politischen Prozessen sowie den Aufbau von Medienkompetenz unterstützen.
Digitalisierung: Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie werden bestehende Print-Titel und Inhalte auf digitale Vertriebswege übertragen. Das Angebot wird durch Online-Portale ergänzt. Damit wird die Zugänglichkeit journalistischer Inhalte gefördert.

Leserzufriedenheit: Im Jahr 2015 hat sich die Axel Springer SE zum neunten Mal im Rahmen seiner Kundenbindungsinitiative dem Vergleich mit dem deutschen Wettbewerb gestellt.

  • Käufer / Leser gedruckter Presseerzeugnisse
  • User von Websites
  • Anzeigenkunden

Online-Datenschutz: Die Online-Titel informieren ihre Nutzer ausführlich über wichtige Fragen wie Datenschutz-Politik, Personenbezogene Daten, Einwilligung, Nutzungsprofile, Weitergabe, Cookies / Webanalysedienst, Auskunftsrecht, und Widerspruchsrecht. (Datenschutz am Beispiel DIE WELT).

Jugendmedienschutz: Aufgabe des Jugendmedienschutzes ist es, Kinder und Jugendliche vor Einflüssen aus der Erwachsenenwelt zu bewahren, die geeignet sind, die Entwicklung junger Menschen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu beeinträchtigen oder gar zu gefährden.

Die Axel Springer SE achtet die gesetzlichen Vorgaben des Jugendmedienschutzes und beachtet darüber hinaus freiwillige Selbstverpflichtungen, beispielsweise in Deutschland diejenigen des Deutschen Werberats sowie des Deutschen Presserats.

M5: Beschwerden im Zusammenhang mit der Verbreitung von Inhalten

Die Rechtsabteilungen des Unternehmens prüfen jede einzelne Beanstandung von redaktionellen Inhalten unserer Publikationen. Wo rechtlich geboten, werden Gegendarstellungen bzw. Berichtigungen veranlasst und die Wiederholung von Verstößen verhindert; in seltenen Einzelfällen wird auch materielle Kompensation geleistet. In Deutschland konnte durch frühzeitiges juristisches Lektorieren unserer Publikationsinhalte die Zahl der Verstöße weiter gering gehalten werden.

Leser können gegen journalistische Inhalte beim Presserat, der Institution freiwilliger Selbstregulierung der Presse, sowie bei den Gerichten Beschwerde eingelegen.

Der Deutsche Presserat ist eine Organisation der großen deutschen Verleger- und Journalistenverbände Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e. V. (VDZ), Deutscher Journalisten-Verband (DJV) sowie Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di. Gegründet wurde der Presserat am 20. November 1956. Die Geschäftsstelle hat seit Juni 2009 ihren Sitz in Berlin.

Die Aufzählung und Chronik der vom Deutschen Presserat ausgesprochenen Rügen finden Sie hier.

Gegen werbliche Inhalte kann bei Institutionen der freiwilligen Selbstregulierung der Werbewirtschaft sowie bei den Gerichten Beschwerde eingelegt werden.

Der 1972 vom ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V.) als selbstdisziplinäres Organ gegründete deutsche Werberat arbeitet als Konfliktregler zwischen Beschwerdeführern aus der Bevölkerung und werbenden Unternehmen. Das Arbeitsgremium bilden Mitglieder der im ZAW vertretenen Gruppen.

M6: Verfahren von Rückmeldung und Austausch mit Lesern und Nutzern

Der kontinuierliche Austausch mit Lesern und Nutzern unserer Angebote zählt zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren eines Medienunternehmens. Diesem Zweck dienen Zahlreiche Aktivitäten.

Der Sicherung von Standards dient der kontinuierliche Austausch mit Lesern. Dazu zählt die Bearbeitung von Leserbriefen und E-Mails. Ein wichtiges Instrument des direkten Austausches mit Lesern sind die Leserbeiräte. Sie sollen helfen, noch mehr auf die Interessen, Sorgen und Probleme der Leser einzugehen. Sie sollen uns sagen, was ihnen wichtig ist, was sie gut oder schlecht finden und welche Themen stärker aufgegriffen werden sollen.

Um den Austausch mit Lesern zu fördern, hat bild.de eine „Community-Funktion“ eingerichtet. Dem Austausch mit Nutzern dient auch die sehr aktive bild.de-Community auf Facebook und Twitter.

Im Jahr 2015 hat sich die Axel Springer SE zum neunten Mal im Rahmen seiner Kundenbindungsinitiative dem Vergleich mit dem deutschen Wettbewerb gestellt.

D.2 Angaben und Verweise für den Berichtszeitraum 2014 + 2015

D.2.1 Aspekt: Kundengesundheit und -sicherheit

G4-PR1 Lebenszyklusstadien, in denen die Auswirkungen von Produkten und  Dienstleistungen auf die Gesundheit und Sicherheit hinsichtlich Verbesserungen untersucht werden und Prozentsatz der Produkt- und Dienstleistungskategorien, die entsprechend untersucht werden

Axel Springer ist ein in Europa führendes, multimedial integriertes Online-, Print- und TV-Unternehmen. Alle Lebenszyklusstadien der Produkte und Dienstleistungen werden kontinuierlich bezüglich der Optimierungspotentiale in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit untersucht. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich des Pressedrucks.

Zu Gesundheitsfragen im Zusammenhang mit Herstellung (und Gebrauch) von Medienprodukten nimmt in Deutschland die Berufsgenossenschaft der Drucker ETEM regelmäßig Stellung. ETEM hat dazu bereits zahlreiche Studien veröffentlicht (www.bgdp.de/index2.htm).

Weitere Untersuchungen und Darstellungen finden sich in diesem Nachhaltigkeitsbericht unter dem Service-Menü:

  • Druckfarben und Nachhaltigkeit (2006): Auf 25 Seiten werden Druckverfahren, Druckfarben und Rohstoffe allgemein sowie unter dem Nachhaltigkeitsaspekt dargestellt.
  • Ökologische Lernprozesse in der Papierkette (2000): Die Studie entstand an der Universität St. Gallen. Sie beschreibt u. a. am Beispiel der Axel Springer SE, wie Unternehmen ökologische Erkenntnisse in ihr Entscheidungssystem integrieren.
  • Bewertung ökologischer Lebensläufe von Zeitungen und Zeitschriften (1998): Die Studie untersucht Umweltaspekte der Zellstoff- und Papierherstellung anhand von Daten aus Schweden, Deutschland und Kanada. Sie entstand in Zusammenarbeit mit den Unternehmen Stora Enso und Canfor.

G4-PR5 Praktiken im Zusammenhang mit Kundenzufriedenheit einschließlich der Ergebnisse von Umfragen zur Kundenzufriedenheit.

Die Axel Springer SE hat sich das Ziel gesetzt, Europas kundenfreundlichstes Medienhaus zu werden. Dazu wurde ein differenziertes Mess- und Bewertungssystem entwickelt. Im Jahr 2015 hat sich die Axel Springer SE zum 9. Mal im Rahmen seiner Kundenbindungsinitiative dem Vergleich mit dem deutschen Wettbewerb gestellt.

Mehr Informationen zur Axel Springer Kundenbindung finden Sie hier.

D.2.3 Aspekt: Werbung

G4-PR7 Gesamtzahl der Vorfälle, in denen Vorschriften und freiwillige Verhaltensregeln in Bezug auf Werbung einschließlich Anzeigen, Verkaufsförderung und Sponsoring, nicht einhalten wurden, dargestellt nach Art der Folgen

Beim Deutschen Werberat gab es im Berichtszeitraum 2014 – 2015 mit Blick auf die Axel Springer SE oder Tochterunternehmen lediglich drei Beschwerden.

1.“Kokain-Dealer“ – Anzeige in Welt am Sonntag (2014)
Im Jahr 2014 gab es eine Beschwerde gegen eine Anzeigenwerbung von Welt am Sonntag „Kokain-Dealer“ (Dackel mit weißem Pulver an Schnauze schaut in Kamera; "Haben Sie heute schon ein Treffen mit Ihrem Kokain-Dealer vereinbart?(…) in guter Gesellschaft"). Der Vorwurf eines Verstoßes gegen Ethik und Moral wurde wie folgt abgelehnt:
 
Sicherlich ist Ihnen darin Recht zu geben, dass die gezeigte Abbildung eines Hundes mit einem weißen Pulver auf der Nase dazu geeignet sein könnte, den Gebrauch von Kokain und damit einer gefährlichen Droge zu verharmlosen. Aus dem Gesamtkontext der Anzeige ergibt sich hingegen aus unserer Sicht eine solche Intention nicht. Die Anzeige kündigt vielmehr eine detaillierte Reportage über den Kokain-Konsum in der deutschen Hauptstadt an. Keineswegs wird suggeriert, dass der Konsum von Kokain etwas Harmloses oder gar Erstrebenswertes sei. Dies erfolgt auch nicht durch die Verwendung des Begriffes „gute Gesellschaft“. Denn hierdurch wird nicht ausgesagt, dass der Konsum von Kokain selbst etwas Gutes sei; vielmehr wird dadurch aufzeigt, dass auch Menschen, von denen man es vielleicht nicht erwarten würde, Kokain nehmen. Dazuhin bezieht sich die Anzeige wörtlich auf „schlechte und gute Gesellschaft“. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass die Anzeige und insbesondere die Abbildung des Hundes, den Kokain-Konsum sicherlich teilweise in einer ironisch-überspitzten Form darstellt. Eine Verharmlosung oder gar Anregung zum Konsum sehen wir hingegen nicht.
 
2. „Flüchtlinge“ – Radio-Trailer für Welt am Sonntag auf NDR2 (2015)
Im Jahr 2015 gab es eine andere Beschwerde über einen Radio-Trailer zum Welt am Sonntag, der auf NDR2 lief und die politische Debatte um die Flüchtlingsproblematik aufgriff. Der Beschwerdeführer empfand den Inhalt als menschenverachtend, die Kritik lehnte der Werberat jedoch wieder ab:
 
In dem Spot werden die Haupthemen der beworbenen Sonntagszeitung aufgerufen. Dass hierbei gerade in der aktuellen politischen Situation auch Ängste der Bevölkerung und deren Thematisierung angesprochen werden, liegt am beworbenen Produkt. Entsprechend sind wir nicht der Ansicht, dass hier in unakzeptabler Weise Ängste geschürt werden. Der Spot benennte die politische Situation um die Flüchtlingsproblematik und mögliche Fragestellungen hieraus. Da Radiospots in der Regel einige Tage vor Erstausstrahlung produziert werden, ist zudem nicht davon auszugehen, dass bei der Produktion des Spots die Anschläge von Paris bereits stattgefunden haben.
 
3. „Trauriges Bekenntnis“ Radio-Spot für Ampya (2015)
Ein junges Mädchen gibt zu, ihrer Schwester den Freund ausgespannt zu haben. Laut Kritik des Beschwerdeführers suggerierte der Inhalt, ein Vertrauensbruch in der Familie sei moralisch nicht verwerflich. Der Werberat konnte hier ebenso keinen Verstoß gegen die Verhaltensregeln feststellen:
 
Nach Überprüfung der Werbemaßnahme wird der Deutsche Werberat nicht beanstanden und zwar aus folgenden Gründen: Ein Mädchen im Teenageralter trägt in ihrem Zimmer zwischen Plüschtieren und Postern an der Wand in die Kamera hinein vor, dass sie ihrer Schwester den Freund ausgespannt habe. Deutlich wird dabei gezeigt, dass sie zwischen Stolz - aber auch Unsicherheit hin und her gerissen ist - und altersgemäß nicht so ganz genau weiß, wie sie damit umgehen sollte. Wir sehen nicht, dass in dem Spot Vertrauensmissbrauch o.ä. positiv dargestellt wird, sondern dass die chaotische Gefühlswelt Jugendlicher gezeigt wird, wie sie in dem Alter nicht selten ist. Da zudem kein Verstoß gegen die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats vorliegt, wird er Deutsche Werberat nicht beanstanden.

Kommentar im Rahmen der GRI-„Media Sector Disclosures“:
Werbung, die zur Verkaufsförderung der Verlagsangebote der Axel Springer SE geschaltet wird, orientiert sich an den Grundsätzen und freiwilligen Verhaltensregeln des Deutschen Werberats und unterwirft sich dessen Urteilen im Fall von Beschwerden aus der Bevölkerung.

D.2.4 Aspekt: Medienkompetenz

M7: Maßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz bei Lesern

Eine der entscheidenden Voraussetzungen, um an demokratischen Entscheidungen teilnehmen zu können, sind der Zugang zu Wissen, das Verständnis von politischen Prozessen sowie der Aufbau von Medienkompetenz. Die Axel Springer SE fördert dazu das Medienverständnis junger Menschen.

Mehr Infos zur Förderung der Medienkompetenz finden Sie hier.

BILD ist Projektpartner der Stiftung Lesen: Die Arbeit der Stiftung Lesen wird nicht nur über die Zuwendungen der Stifterratsmitglieder und durch die öffentliche Hand finanziert, sondern auch von zahlreichen Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen gefördert. Durch diese Unterstützung zahlreicher Projektpartner, Spender und Sponsoren können über 140 Projekte und Programme realisiert werden, die dazu beitragen, die Leselandschaft Deutschland zu gestalten.

D.2.5 Aspekt: Schutz der Kundendaten

G4-PR8 Gesamtzahl berechtigter Beschwerden in Bezug auf die Verletzung des Schutzes der Kundendaten und deren Verlust.

Personenbezogene Daten sind in Deutschland gemäß der Legaldefinition im Bundesdatenschutzgesetz (nachfolgend BDSG) „Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person“.

In der Europäischen Union wird der Umgang mit personenbezogenen Daten seit 1995 in der Datenschutz-Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und Rates geregelt. Die Umsetzung in nationales Recht erfolgt im BDSG. Diese Umsetzung ermöglicht unterschiedliche Organisationsformen des Datenschutzes in den Unternehmen. Die deutsche Regelung folgt dem Modell der freiwillige Selbstkontrolle mittels betrieblicher Datenschutzbeauftragte (bDSB).

Für die deutschen Gesellschaften der Axel Springer SE wurden gemäß Bundesdatenschutzgesetz (§ 4f BDSG) betriebliche Datenschutzbeauftragte (bDSB) bestellt. Diese bDSB wirken auf die Einhaltung des BDSG und anderer Vorschriften über den Datenschutz in der Axel Springer SE und allen angeschlossenen Gesellschaften hin.

Seit 2007 hat sich die Anzahl der Anfragen von Datenschutz-Aufsichtsbehörden und Kunden jedes Jahr erhöht. Mit einer weiter steigenden Zahl von externen Anfragen ist zu rechnen. Bei diesen Anfragen handelte es sich in erster Linie um Auskunftsersuchen und Werbewidersprüche. Den Wünschen der Anfragenden wurde jeweils nachgekommen.

Neben den externen Anfragen gab es auch eine stark steigende Anzahl von internen Anfragen und Projekten. Darin spiegelt sich die steigende Bedeutung des betrieblichen Datenschutzes in allen internen Abläufen und Prozessen. Dem wird durch verstärkte Beratung und Schulungen Rechnung getragen, so dass das Verständnis und die Sensibilität für die Belange des Datenschutzes kontinuierlich zunehmen.

D.2.6 Aspekt: Einhaltung von Gesetzesvorschriften

G4-PR9 Höhe wesentlicher Bußgelder aufgrund von Verstößen gegen Gesetzesvorschriften in Bezug auf die Zurverfügungstellung und Verwendung von Produkten und Dienstleistungen.

Bußgelder aufgrund von Verstößen dieser Art sind nicht vorgekommen.
Bezüglich der redaktionellen Inhalte unserer Publikationen prüfen die Rechtsabteilungen des Unternehmens jede einzelne Beanstandung. Wo rechtlich geboten, werden Gegendarstellungen bzw. Berichtigungen veranlasst und die Wiederholung von Verstößen verhindert; in seltenen Einzelfällen wird auch materielle Kompensation geleistet.

In Deutschland konnte durch frühzeitiges juristisches Lektorieren unserer Publikationsinhalte die Zahl der Verstöße weiter gering gehalten werden.