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Darstellung der CO2-Emissionen

 

Der neue Ansatz

Fortschreitende Digitalisierung benötigt viel elektrische Energie. So gewinnt die Frage nach vollständig, kontinuierlich und prüfsicher ermittelbaren Zahl der in einem Unternehmen verbrauchten Energie mit Blick auf die Diskussion um CO2-neutrale Produktion sowie klimaeffiziente Unternehmensumsätze an Bedeutung. Solange der wirkliche Energieeinsatz aber nicht im „Steuerungscockpit“ eines Unternehmens auftaucht, bleibt die tatsächliche CO2-Emission unklar.

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung des Konzerns konsolidiert die Axel Springer SE gut 180 größere und kleinere zumeist internetbasierte Unternehmen mit Sitz auf mehreren Kontinenten (die Liste der Beteiligungen zum 31. Dezember 2015 finden sich im Geschäftsbericht 2015).

Zu den kontinuierlichen „Reporting-Lines“ der konsolidierten Unternehmensteile zählt die Meldung relevanter Finanzzahlen an das Konzernrechnungswesen – u.a. auch die Energiekosten. Dieser bei sämtlichen Gesellschaften etablierte Meldeweg könnte daher auch für die Erhebung nicht-finanzieller Kennzahlen, wie der Energiemenge, nutzbar sein, so der Gedanke. Dazu wurde das bereits verwendete und im Unternehmen weltweit per Schnittstelle angebundene Datenerfassungstool „IAS Notes“ um eine „Reporting Energy“-Eingabemaste erweitert.

Im Konzernrechnungswesen laufen u.a. die Zahlen der Kostenarten – wie zum Beispiel Energie – aus den konsolidierten Unternehmensteilen zusammen. Für die Ermittlung der in einem Jahr eingesetzten Mengen an Erdgas, Fernwärme und elektrischen Strom nutzen bestehende 'reporting lines' zu den vielen Tochtergesellschaften. Dazu wurde das weltweit per Schnittstelle angebundene Datenerfassungstool „IAS Notes“ um eine „Reporting Energy“-Eingabemaste erweitert.

Wie sind wir vorgegangen?

Wir haben Energiemengen für eingekauftes Erdgas (zur Energieerzeugung im Unternehmen), Fernwärme und elektrischen Strom nach der im Kapitel „Energie“ beschriebenen Methode für alle Länder ermittelt, in denen im Geschäftsbericht konsolidierte Tochtergesellschaften aktiv sind.

Die Einteilung in Scope 1, 2 und 3: Bei der Betrachtung der im Rahmen unternehmerischer Tätigkeit entstehenden CO2-Emissionen wird nach drei Gesichtspunkten unterschieden: Die direkten Emissionen aus eigenen Anlagen (sogenannte Scope-1-Emissionen), die indirekten Emissionen aus dem Bezug von Energie (Scope-2-Emissionen) und die indirekten Emissionen über den CO2-Ausstoß in der Lieferkette und durch bezogene Dienstleistungen (Scope-3-Emissionen).  

Einen Überblick über das in eigenen Anlagen verfeuerten Erdgases (Scope-1) sowie über die eingekaufte Fernwärme (Scope-2) und Elektrizität (Scope-2) direkt bzw. indirekt generierten CO2-Emissionen je Land, in denen konsolidierte Tochtergesellschaten aktiv sind, finden Sie hier.

Wie wurde die Menge der eingesetzten Energie in die daraus generierte CO2-Emission übersetzt?

Für die Darstellung der vom Gesamtunternehmen weltweit verursachten CO2-Emissionen werden für die spezifischen Energiearten CO2-Emissionsfaktoren herangezogen. Die Ermittlung der Treibhausgasemissionen für erfasste Ressourcennutzung erfolgt in „Tonnen CO2-Äquivalente“ (CO2e). Mit Blick auf eine bessere Lesbarkeit, wird in diesem Text ausschließlich die Schreibweise „CO2“ verwendet.

Für die Übersetzung der verschiedenen Energie-Ressourcennutzungen in daraus verursachte CO2-Emissionen, haben das World Resources Institute (WRI, Washington DC) und der World Business Council for Sustainable Development (WBCSD, Genf) das Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protocol = Treibhausgas-Protokoll) geschaffen. Es wird weltweit von Unternehmen und Institutionen, darunter das Department for Environment, Food and Rural Affairs (DEFRA, London), genutzt. Verschiedene Institutionen veröffentlichen dazu in Abständen aktualisierte Umrechnungstabellen für die meisten Länder dieser Erde.

Für diesen Nachhaltigkeitsbericht wurden DEFRA-Daten der Jahre 2014 und 2015 zugrunde gelegt. Da bei DEFRA für Mauritius kein eigener Übersetzungs-Wert vorlag, wurde hier der DEFRA-Durchschnittswert für Afrika verwendet. Für die Tschechische Republik und die Türkei wurden die vom Genfer WBCSD zuletzt 2009 veröffentlichten Greenhouse Gas Protocol-Werte zugrunde gelegt, da auch hier keine spezifischen DEFRA-Werte vorlagen.

(Anmerkung: Seit Juni 2016 werden die Emissionsfaktoren der Elektrizitätserzeugung außerhalb Großbritanniens nicht mehr kostenfrei zur Verfügung gestellt. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung waren diese Informationen noch frei verfügbar.)

Beispiel Deutschland

Im Jahr 2015 entfielen 80 Prozent (2014: 81 Prozent) der vom Unternehmen eingesetzten Mengen Erdgas, Fernwärme und Strom auf Unternehmensteile in Deutschland. Das entspricht 74 Prozent (2014: 77 Prozent) der im Unternehmen aus diesen Energiearten generierten CO2-Emissionen. Vor diesem Hintergrund soll hier auf Grundlage verfügbarer Daten für in Deutschland aktiven Unternehmensteile eine differenziertere Betrachtung der CO2-Emissionen erfolgen.