A - +

Wie wurden Energie- und CO2-Daten ermittelt?

 
Große Rechenzentren: Auch die extern durch Datenspeicherung entstehende CO2-Emission soll transparent werden. (Foto: pixabay)
Große Rechenzentren: Auch die extern durch Datenspeicherung entstehende CO2-Emission soll transparent werden. (Foto: pixabay)

Hintergrund des Vorhabens:

Für den alle zwei Jahre erstellten Nachhaltigkeitsbericht wird eine Analyse benötigt, die aufzeigt, wie sich die von der Axel Springer SE emittierten CO2-Menge entwickelt. Bezugszeitraum für die aktuelle Veröffentlichung sind die Geschäftsjahre 2016 und 2017. Diese Beschreibung erläutert das Vorgehen bei der Ermittlung der durch den Stromverbrauch an den Bürostandorten und Druckereien weltweit insgesamt entstandenen CO2-Emissionen.

Im Vergleich zum Nachhaltigkeitsbericht 2015 ist im Nachhaltigkeitsbericht 2017 zu diesem Thema einen Wechsel in der Methodik vorgenommen worden. Vor diesem Hintergrund sind die in 2015 und in 2017 berichteten Zahlen nicht vergleichbar.

Der Prozess befindet sich weiterhin in der Pilotphase – d.h. im Rahmen der Datenplausibilisierung lagen nur von ca. 50% der angefragten Beteiligungen Nachweise (wie z.B. Stromrechnungen) vor. Die Abdeckung durch Nachweise soll – auch als Voraussetzung einer externen "Prüfbarkeit" von Kennzahlen – schrittweise erhöht werden.

Unsere Annahmen:

Es wird angenommen, dass der CO2-Ausstoß im Wesentlichen durch Energieeinsatz getrieben wird. Weiterhin wird angenommen, dass sich der Energieeinsatz in erster Linie aus dem Stromverbrauch an den wesentlichen Standorten (Tochtergesellschaften und Beteiligungen), sowie dem Stromverbrauch in den beauftragten Rechenzentren sowie (indirekt) durch Reisetätigkeit und Inanspruchnahme von externen Dienstleistungen zusammensetzt.

Analog zur Finanzberichterstattung werden nur Einheiten/Beteiligungen berücksichtigt, die wesentlich sind. Wesentlich sind zunächst die in der Finanzberichterstattung vollkonsolidierten Einheiten, d.h. Tochtergesellschaften, von denen Axel Springer 50 Prozent und mehr hält.

Zur weiteren Reduzierung des Aufwands werden daraus Einheiten ausgewählt, die den größten Anteil der Mitarbeiter (FTE) sowie Umsatz (Euro) am Gesamtkonzern ausmachen. Prämisse: Anteil haben die Einheiten, die zusammen einen Anteil von >50 Prozent am Gesamtkonzern ausmachen. Die übrigen können durch Bildung geeigneter Parameter (z. B. durchschnittlicher Stromverbrauch je Mitarbeiter und Quadratmeter und Land) hochgerechnet werden.

Ergebnis der Wesentlichkeitsanalyse:

Als wesentlich im Sinne von Anteil Umsatz bzw. Anzahl Mitarbeiter (FTE) wurden identifiziert:

  • Die Aktivitäten der am Hauptstandort Axel-Springer-Str. 65 in Berlin (u.a. mit BILD-, WELT, BZ, Media Impact, den Konzernzentralabteilungen)

  • Die Unternehmen und Beteiligungen der Segmente Marketing Media und Classifieds Media (z.B. StepStone, Leisure Group, Idealo, Immoweb.de, SeLoger, Yad2, immowelt, Car&Boat Media, Ringier Axel Springer Schweiz, BUSINESS INSIDER, Bonial)

  • Die Druckereien an den Standorten Kettwig, Spandau und Ahrensburg

Die Abfrage:

An die in der Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Unternehmen wurde eine Abfrage versendet, welche Angaben aus den lokalen Stromrechnungen und Betriebskostenabrechnungen sammelt. Diese umfassen den Verbrauchszeitraum, die Verbrauchsmenge in kWh, sowie die daraus entstandenen Kosten. Zusätzlich und zur besseren Plausibilisierung und Weiterverwendung der Daten für Hochrechnungen und Benchmarking wurden abgefragt die Fläche (qm) der Bürostandorte sowie die Anzahl der Mitarbeiter (FTE), die für gewöhnlich in den Büros beschäftigt sind.

Die zurück gemeldeten Daten wurden zunächst auf Vollständigkeit geprüft, normalisiert und plausibilisiert:

  • Prüfung der Vollständigkeit aller angefragten Standorte (im Sinne der Wesentlichkeitsanalyse) und notwendigen Angaben (Zeiträume, Verbrauchsmengen)

  • Normalisierung der Verbrauchszeiträume (z.B. bei Teilrechnungen durch Hochrechnung auf jeweils das Gesamtjahr)

  • Plausibilisierung durch Vergleich bestimmter Verhältnisse (z.B. kWh Verbrauch je Quadratmeter)

  • Stichprobenartige Verifizierung der berichteten Verbrauchswerte durch Vergleich mit den Angaben auf der Stromrechnung

Umrechnung von kWh in CO2:

Der mittels vollständiger, normalisierter und plausibilisierter Abfrage ermittelte Einsatz elektrischer Energie wurde anschließend auf Länderebene aggregiert und mit Hilfe eines externen Energieberaters auf Grundlage der von der International Energy Agency (IEA) in Paris veröffentlichten länderspezifischen Emissionskoeffizienten in CO2 umgerechnet.

Einschränkungen der Datenqualität, Korrekturen und Bereinigungen (Beispiele):

  • In Einzelfällen werden keine Stromverbräuche abgerechnet, da diese in der Grundmiete enthalten sind.

  • Weiterhin gab es Fälle, bei denen die Stromkosten nicht nach Verbrauch, sondern nach Fläche umgelegt werden.

  • An manchen Standorten werden Teilflächen untervermietet, der gemeldete Stromverbrauch enthält damit auch Anteile, die außerhalb von Axel Springer verantwortet werden.

  • Je nach Standort enthält der Stromverbrauch nicht nur die reinen Kosten für z. B. Beleuchtung und Arbeitsplatzrechner, sondern auch für Produktion, Server (bei selbst betriebenen Rechenzentren) sowie elektrische Heizung und Kühlung.

  • Die Plausibilisierung und Hochrechnung mit Hilfe der Kennzahlen „Mitarbeiter“ und „Fläche“ ist nicht immer zutreffend, da ggf. Flächen leer stehen oder unterschiedlich genutzt werden.

  • Durch Unternehmenskäufe bzw. -verkäufe werden kWh-Verbräuche nicht bereinigt bzw. organisch dargestellt.

  • Bei Umzügen, hinzugemieteten Flächen, abgemieteten Flächen erfolgen die Stromabrechnungen zeitversetzt bzw. pauschal.

  • Fehlende / falsche Angaben wurden geschätzt oder mit Hilfe von ermittelten Parametern hochgerechnet.