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Neu: Durchführung großer Energieaudits

 
Zu den empfohlenen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz zählt die Einführung von LED-Beleuchtungstechnologie. (Foto: Multi-license CC-BY-SA-3.0 and GFDL)
Zu den empfohlenen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz zählt die Einführung von LED-Beleuchtungstechnologie. (Foto: Multi-license CC-BY-SA-3.0 and GFDL)

Die Europäische Union will bis zum Jahr 2020 die Energieeffizienz um 20 Prozent verbessern. Dieses Ziel soll durch Verbesserung der Energieeffizienz in möglichst vielen Wirtschaftsunternehmen erreicht werden.  

Das Europäische Parlament hat dazu im Jahr 2012 die bereits existierende Energieeffizienz-Richtlinie weiterentwickelt (EED 2012/27/EU): Darin wird festgeschrieben, dass sich Unternehmen einer bestimmten Größe ab Dezember 2015 regelmäßig einem Energieaudit nach DIN EN 16247-1 unterziehen müssen. Die entsprechenden Durchführungsbestimmungen für Deutschland gelten – im Rahmen des dafür angepassten Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) – seit April 2015. Die Verpflichtung zur Durchführung eines Energieaudits wurde darin gesetzlich für alle Nicht-KMUs (Klein- oder mittelständische Unternehmen) festgeschrieben, sofern vom Unternehmen kein aktives Energiemanagementsystem oder Umweltmanagementsystem betrieben wird.

Auch die deutschen Gesellschaften der Axel Springer SE unterliegen dieser gesetzlichen Pflicht zur Durchführung eines Energieaudits. Die Durchführung der Audits hat gesetzlich durch einen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gelisteten Energieberater zu erfolgen. Für Deutschland hat die Axel Springer SE damit die ECG Energie Consulting GmbH beauftragt.

Energie-Themen werden bei Axel Springer seit Jahrzehnten intensiv gemanagt. So war das Unternehmen sowohl in den Druckereien als auch in den Verlagsgebäuden auf die Anforderungen des Energieaudits vorbereitet. Ziel ist die konsequente Nutzung von Energie-Einsparpotentialen. Die Zeitungsdruckerei Berlin-Spandau beteiligt sich an einem vom Energielieferanten EnBW moderierten „Netzwerk Energieeffizienz“.

Bei der Durchführung des Energieaudits wurde folgendermaßen vorgegangen: Für das Energieaudit ausgewählt wurden Unternehmensbereichen und Tochtergesellschaften mit besonderer Relevanz für eine Verbesserung der Energie-Effizienz. So wurden 23 Standorte einem Energieaudit mit externer Prüfung unterzogen. Die Zeitungsdruckereien in Berlin-Spandau und Essen-Kettwig verfügen bereits  über ein Energiemanagementsystem und kamen deshalb nicht auf die Audit-Liste.

Ein Energiemanagementsystem ist ein international anerkanntes Managementkonzept zur systematischen Identifikation und Umsetzung von Energieeffizienzpotentialen. In der internationalen Norm ISO 50001 ist verbindlich festgeschrieben, wie ein solches System eingeführt und betrieben werden muss. Zur Gewährung von staatlichen Vergünstigungen im Energiebereich ist der Nachweis über ein aktives EnMS häufig verpflichtend zu erbringen. Dieser Nachweis muss jährlich in Form eines Überwachungsaudits erbracht werden, dass ein externer Auditor einer regulierten Zertifizierungsstelle durchführt. Aktuell sind die Offsetdruckereien in Kettwig und Spandau ISO 50001 zertifiziert.

Bis Dezember 2015 erfolgte die Erfassung aller notwendigen Energiedaten an den relevanten 23 Standorten. Im März und April 2016 konnte der Prozess durch drei Abschlussveranstaltungen terminiert werden, in denen die Ergebnisse der durchgeführten Energieaudits den auditierten Unternehmen durch die Überreichung der Energieauditberichte vorgestellt wurden. Auf dieser Grundlage wurde dann auch die deutschen Konzerngesellschaften mit den Auditergebnissen bekannt gemacht, die 2015/2016 kein „eigenes“ Energieaudit bekommen hatten.

Ergebnis: Bei den durchgeführten Energieaudits wurden beim Einsatz von elektrischem Strom und Erdgas Einsparungspotentiale ermittelt. An erster Stelle steht dabei die Umrüstung auf energie-effiziente LED-Beleuchtungstechnologie und ein verbessertes Energie-Management im Büroalltag (Lichtnutzung, temporäre Abschaltung elektronischer Geräte, Reduzierung des Verbrauchs durch Verringerung der Standby-Phasen bei elektrischen Geräten).

Zur Vorbereitung der mindestens alle vier Jahre vorgeschriebenen Energieaudits wird vom Bereich „Services & Immobilien“ zusammen mit dem Energieberater ECG ein Konzept zur vereinfachten Erfassung von Energiedaten entwickelt. Damit sollen künftige Audits vorbereitet und die Bereitstellung von Energiedaten für den Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens optimiert werden.