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Green IT

 
Axel Springer SE hat sich mit der Frage beschäftigt: „Wie macht man den Energieverbrauch von komplexen Geschäftsprozessen sichtbar?“ Der Film zum IT2Green Projekt „GreenIT Cockpit“ zeigt, wie der Energieverbrauch bei der Entstehung der Online-Ausgabe einer Zeitung gemessen und visualisiert werden kann.

Nachhaltigkeit ist der Dreiklang aus sozialer, ökologischer und ökonomischer Verantwortung. Mit unserem Engagement unterstreichen wir unsere besondere Verantwortung als Medienhaus – von der journalistischen Unabhängigkeit und der Trennung von Anzeigen und Redaktion über die Förderung der Medienkompetenz junger Leser bis zum Datenschutz sowie der Sicherung sozialer und ökologischer Standards entlang der für unser Unternehmen relevanten Wertschöpfungsketten. Traditionell stand dabei die Holz- , Zellstoff - , Papier - , Druck - und Recyclingkette im Fokus, der wir unverändert große Aufmerksamkeit widmen.

Im Zuge der rasanten digitalen Transformation unseres Unternehmens befassen wir uns jetzt zugleich mit der Transparenz und Optimierung sozialer und ökologischer Standards entlang der digitalen Wertschöpfungskette. Unsere Aufgabe ist die erfolgreiche Etablierung von unabhängigem Journalismus in der digitalen Welt.

In den kommenden Jahren wollen wir uns u.a. auf die Verbesserungen unserer Energieeffizienz (Green IT) konzentrieren.

In das Handlungsfeld der Energieeffizienz fallen insbesondere drei Maßnahmen:

1) Green IT:
Durch die Digitalisierung der Medienbranche werden unsere Kerngeschäftsprozesse zunehmend abhängiger vom Einsatz der jeweiligen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Der IKT-bedingte Stromverbrauch macht in Deutschland bereits 10,5 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus. Aus diesem Grund ist es für die Axel Springer SE von großer Relevanz den IKT bedingten Energieverbrauch und die damit zusammenhängenden Kosten transparent darzustellen.

Dazu haben wir uns an dem inzwischen abgeschlossenen IT2Green-Forschungsprojekt beteiligt, mit dem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Wissen um Energieeffizienz in der Informations- und Kommunikationstechnik befördert hat.

In Kooperation mit Umweltbundesamt und TU Berlin haben wir uns mit der Messung des Stromverbrauchs von Geschäftsprozessen auseinandergesetzt. Mit dem „Green IT Cockpit“ verfügen wir nun über ein Modell geeigneter Mess- und Steuerungsinstrumente zur kontinuierlichen Verbesserung organisationsweiter und geschäftsprozessorientierter Energieeffizienz. Relevante Information wird überschaubarer und leichter zu interpretieren. Praktisch getestet wurde das Modell 2012 und 2013 am Beispiel der Online Redaktion des Hamburger Abendblattes (Anmerkung: Das Hamburger Abendblatt gehört seit Anfang 2014 zur Funke-Mediengruppe).

Die in Form von Tachometern und Diagrammen dargestellten Informationen ermöglichen uns sowohl eine Analyse der Kennzahlen als auch eine detaillierte Untersuchung der Ursache-Wirkungs-Beziehungen. An den gewonnenen Erkenntnissen werden wir zukünftig unsere strategische Planung in Bezug auf GreenIT ausrichten.

Im Pilotprojekt haben wir uns auf Kennzahlen konzentriert, die für die Qualität von IT Services relevant sind:

  • Nutzungsintensität der Services
  • Performance der Prozess
  • IT-Ressourceneinsat
  •  IT-Ressourcennutzung

Die entwickelten Kennzahlen helfen bei der Beantwortung wichtiger Fragen zur Nutzungsintensität:

  • Wie viele (Business-) Aktivitäten werden tatsächlich bearbeitet
  • Entsprechen die gemessene Mengen und das Lastprofil der Prognose?
  • Werden Warn- und/oder Eingriffsgrenzen überschritten?
  • Wird das IT-Angebot zu wenig, ausreichend oder sogar zu viel genutzt?
  • Gibt es Akzeptanzprobleme bei der Nutzung?

Die Fragestellung im Bereich IT-Ressourcennutzung steht in Beziehung zu den Kennzahlen der Nutzungsintensität und zeigt uns in welchem Verhältnis beide zueinander stehen.

  •  Entspricht die Systemauslastung der Prognose und folgt diese dem Lastprofil der Nutzungsintensität?
  • Wie ist die Entwicklung der Auslastung über verschiedene Zeiträume (Tag/Woche/Monat/Jahr)?
  • Folgt die IT-Ressourcennutzung dynamisch dem Lastprofil der Nutzungsintensität?
  • Sind die (gekauften) IT-Ressourcen (Server, Storage, ...) gut ausgelastet?
  • Werden Warn- und/oder Eingriffsgrenzen überschritten?

Unser Ziel für die Jahre 2014 und 2015 ist es, die im Pilotprojekt gewonnenen Erkenntnisse zu konkretisieren und auf andere Geschäftsprozesse zu übertragen.

2) Ablösung alter Arbeitsplatzdrucker
Im Bereich Hardware haben wir nicht nur die Arbeitsplatzdrucker und Faxgeräte durch energiesparende Multifunktionsgeräte abgelöst, sondern bereits viele Prozesse, wie z.B. Einkauf und Rechnungseingang, papierlos gestaltet.   

3) Betrieb von Rechenzentren
Gegenwärtig betreibt die Axel Springer SE viele eigene Server bzw. kauft den Betrieb ihrer Business Anwendungen (Applikationen) bei verschiedenen Rechenzentren ein. Jeder Server ist dabei so ausgelegt, dass er auch in Hochlastzeiten ein akzeptables Antwortzeitverhalten zeigt. Die Benutzung der Anwendungssysteme erfolgt jedoch nicht gleichmäßig über den Tag verteilt. Typische Lastspitzen der Online-Angebote ergeben  sich in den Abendstunden. Hingegen liegt die Lastspitze der internen betrieblichen Anwendungen morgens bei Arbeitsbeginn durch die Anmeldung an den Systemen. Zur Optimierung der Energieeffizienz müssen die Systeme im Zusammenhang untersucht werden.  

Mit Hilfe einer Auslastungsprognose soll die Zuordnung der Dienste zu den physikalischen Servern künftig möglichst so gesteuert werden, dass durch Abschalten ungenutzter Server möglichst viel Energie gespart und die Wärmelast reduziert wird.

Dieses Vorgehen bringt nicht nur Energiesparvorteile. Es ermöglicht zugleich, dass durch geschickte Verteilung der Rechenkapazität für Evaluationsprojekte vorhandene Server genutzt werden und damit der Kauf zusätzlicher Hardware entfallen kann. Bereits laufende Anwendungen werden durch die Umverteilung nur geringfügig beeinflusst. Um diese Effizienzvorteile erreichen zu können, arbeitet das Unternehmen an Konzepten zur Nutzung einheitlicher externer Rechenkapazitäten.

Für unsere eigenen Cloud-Lösungen arbeiten wir bereits mit einem besonders energieeffizienten norwegischen Anbieter von Rechnerleistung. Durch die Nutzung von elektrischem Strom aus Wasserkraft kann Fjord IT zugleich seinen CO2-Fußabdruck besonders niedrig halten.