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Podcast-Projekt „ALYOM – Syriens Kinder, das Giftgas & wir“

 
Ein Podcast über Assads Krieg gegen sein eigenes Volk. Beim Anschlag am 4. April verliert allein der kleine Yusuff 29 Familienangehörige. Wir erzählen seine Geschichte – und erklären, warum uns das alle etwas angeht. ALYOM will Sprachlosigkeit hörbar machen. (Video: Axel Springer Akademie)

„Alyom“ ist arabisch für „der Tag“. Gemeint ist in diesem Fall der 4. April 2017: Syriens Diktator Assad lässt Giftgas über dem Ort Chan Scheichun abwerfen. Krieg gegen das eigene Volk, mehr als 80 Menschen kommen grausam ums Leben, darunter viele Kinder. Die Nachricht geht um die Welt – und ebenso schnell gerät sie wieder in Vergessenheit. Ein Team junger Journalisten aus Berlin will das nicht akzeptieren. „Gerade wir Deutschen dürfen nicht wegschauen, wenn Menschen durch Giftgas ermordet werden“, sagen die Reporter von Team 22 der Axel Springer Akademie und starten den Podcast „ALYOM – Syriens Kinder, das Giftgas & wir“.

Darin erzählen sie die Geschichte des 12-jährigen Yusuff, der bei dem Anschlag seinen Vater und 28 Angehörige verloren hat. In sieben aufwändig produzierten Episoden lassen sie Yusuff zu Wort kommen, sprechen mit den Überlebenden seiner Familie, mit Freunden und Nachbarn und mit Menschen, die die Hintergründe kennen. So beleuchten sie anhand der Geschichte eines einzelnen Jungen das Schicksal der Kinder Syriens.

Ein Mitglied des Teams kommt selbst aus dem Land. Der 28-jährige Mohammad Rabie ist 2015 aus Syrien geflohen. Über ihn kommen die Reporter der Akademie in Kontakt zu den Menschen von Chan Scheichun und zu einem Vertrauensmann vor Ort, der die Familie besucht und ihre Geschichte aufzeichnet. Weil sie nicht selbst nach Syrien fahren können, nutzen die Macher des Podcasts alle zur Verfügung stehenden Kommunikationswege. Über Skype, WhatsApp und Facebook stehen sie ständig in Kontakt mit ihren Protagonisten.

„Podcasts sind das Boom-Genre im immer weiter wachsenden Audio-Markt. Nicht zuletzt gehören sie zum Nutzungsverhalten der Generation, die mit klassischem Fernsehen und Radio nur noch schwer zu erreichen ist“, sagt Marc Thomas Spahl, Direktor der Axel Springer Akademie. „Aber wir haben uns vor allem deshalb für den Podcast entschieden, weil Video-Material aus Syrien schwer zu bekommen ist und weil Audio diese Geschichte am unmittelbarsten transportiert.“

Begleitet wird der Podcast durch zahlreiche Hintergrund-Artikel auf ALYOM.de und weiterführende Berichterstattung über Social Media. Dabei geht es auch um die Rolle Deutschlands, seine historische Verantwortung und um die indirekte Beteiligung deutscher Firmen an der Giftgas-Produktion in Syrien. „Wir wollen zeigen, warum die barbarischen Verbrechen in Syrien uns alle etwas angehen“, sagen die Reporter von ALYOM. Und so lautet ihr Motto: „Hinhören statt wegschauen.“

„ALYOM – Syriens Kinder, das Giftgas & wir“ ist auf allen relevanten Audioplattformen verfügbar: Spotify, Soundcloud und iTunes, außerdem auf Facebook, Twitter und Instagram.