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Qualitäts-Charta Journalistenschulen

 

Die Axel Springer Akademie hat gemeinsam mit zehn weiteren Ausbildungseinrichtungen für den journalistischen Nachwuchs eine Charta für gemeinsame und verbindliche Qualitätsstandards unterzeichnet. Das Ziel: die Qualität der Ausbildung und die Attraktivität des Berufes zu erhöhen.

Die Charta, die am 8. Juli 2016, der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, beinhaltet die Verpflichtung zu größtmöglicher Transparenz. Die Schulen geben umfassend Auskunft über ihre Struktur, Finanzierung, Personal, Gesellschafter, Ausstattung, Trainer und Lehrinhalte. Die Bewerbungsvoraussetzungen und Auswahlkriterien werden offengelegt.

Jörg Sadrozinski, Leiter und Geschäftsführer der Deutschen Journalistenschule in München: „Es gibt in der Journalistenausbildung in Deutschland keine gemeinsamen Qualitätsstandards, aber hunderte verschiedener Möglichkeiten, Journalismus zu lernen. Das geht vom Kultur-, Video-, Modejournalismus über Digital oder New Media Journalism bis hin zu Journalismus & PR. Wir brauchen gemeinsame Standards und Orientierung – sonst wird Journalismus immer beliebiger und damit unglaubwürdiger“.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Alle Schulen bilden in Vollzeit aus.
  • Die Ausbildung dauert mindestens 16  und höchstens 24 Monate. Studienbegleitend soll die Ausbildung i.d.R. maximal 36 Monate dauern.
  • Die Ausbildungen sind grundsätzlich multimedial angelegt. Die Teilnehmer (Volontäre) sollen befähigt werden, in mindestens drei der fünf Bereiche  – Print, Audio (Radio), Online, Video (TV) und Social Media – handwerklich sicher zu arbeiten.
  • Der Anteil der Praxisstationen beträgt mindestens ein Viertel der gesamten Ausbildungszeit. Es werden mindestens zwei verschiedene Praxisstationen angeboten.
  • Ziele und Inhalte der Ausbildung werden auf der jeweiligen Website der Schule ausführlich beschrieben.
  • Die Schulen beziffern und benennen Anzahl und Ausstattung der Lehr- und Arbeitsräume und garantieren professionell ausgestattete Arbeitsplätze für die Teilnehmer (Volontäre).
  • Die Schulen sorgen für ein angemessenes Qualitätsmanagement und systematisches Feedback  ihrer Trainings und Seminare. Diese werden durch die Schulleitungen einer kontinuierlichen Qualitätskontrolle unterzogen.
  • Die Schulen legen Wert auf die regelmäßige Fortbildung ihrer Trainer.
  • Die Leiterinnen und Leiter der unterzeichneten Schulen treffen sich mindestens einmal im Jahr zu einem intensiven Informationsaustausch über Lehrinhalte, Organisations- und Ausstattungsfragen. Dabei beabsichtigen sie, auch die Eignung ihrer Ausstattung zu überprüfen.

Es gibt selbstverständlich unterschiedliche Ausbildungswege in den Journalismus. Die Journalistenschulen wollen einen Beitrag zur Qualitätssicherung der Ausbildung leisten und ausschließlich für ihre Ausbildungsform Mindeststandards festlegen. Mit der Charta soll aber durchaus eine Debatte über die Ausbildungsqualität insgesamt angeregt werden.

Folgende Institute haben sich an der Unterzeichnung der „Qualitäts-Charta der deutschen Journalistenschulen“ beteiligt: Axel Springer Akademie, Burda Journalistenschule, DJS - Deutsche Journalistenschule, EJS - Evangelische Journalistenschule, ems - Elektronische Medienschule, Henri-Nannen-Schule - Hamburger Journalistenschule, ifp - die katholische Journalistenschule, Journalisten-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung, Kölner Journalistenschule, MEDIENAKADEMIE Ruhr, RTL Journalistenschule.